Back in Germany

Hier ist nun mein Abschlusseintrag über meinen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Indien.

 

Nun bin ich schon seit ein paar Tagen wieder Zuhause im kalten Deutschland, doch zunächst möchte ich noch einmal meine letzten Wochen in Indien beschreiben

Nach unserem Urlaub wurde mir allmählich klar, dass die Zeit fast vorbei sein würde. Deshalb haben wir die letzten Wochen dazu genutzt, jeden freien Augenblick zu nutzen und mit den Mädchen unseres Compounds zu verbringen.


Leider hatten diese nicht immer so viel Zeit, da diesen Monat die Examen geschrieben werden, weshalb die älteren Mädchen sogar sieben Tage die Woche von morgens neun Uhr bis abends fünf Uhr Schule haben. Kaum vorstellbar wenn man hier in Deutschland lebt.

Dennoch haben wir uns dann abends mit den Mädchen zusammengesetzt und angefangen UNO zu spielen, damit sie auch ein wenig Freizeit hatten.

Nach der Regenzeit wurde es nun in großen Schritten immer wärmer, denn der Sommer steht schon bald vor der Tür. Dummerweise war die Luftfeuchtigkeit immer ziemlich hoch, was den Alltag ziemlich erschwert hat.


Schon morgens beim morning prayer war es anstrengend einfach nur zwanzig minuten lang zu stehen. Es sind sogar immer öfter Mädchen dabei ohmächtig geworden.

Ein weiteres Problem was die extreme Regenzeit und der bevorstehende Sommer mit sich bringt, sind Schlangen. Immer häufiger haben sie sich in den Kindergärten und auch auf dem Compound zeigen lassen.

Ich für meinen Teil wollte unbedingt mal eine sehen, denn es hat mich interessiert wie groß sie wirklich sind, doch ich habe keine zu Gesicht bekommen.

Als sich zwei Schlangen zwischen der gewaschenen Wäsche der Mädchen versteckt haben, wurde mir schon ganz anders zu Mute, denn es hätte wirklich etwas ernsthaftes passieren können.

Das Gelände es Compounds ist wirklich riesig und besitzt mehrere Gärten, wo sich viele Schlangen verstecken können. Das gefährliche ist auch, dass die älteren Mädchen auch garden tution (Gartenarbeit) haben.

Ich bin nur froh, das der compound drei Gärtner hat, die sich darum kümmern die Schlangen zu entfernen.

 

In den letzten zwei Wochen haben wir uns von allen Kindergärten verabschiedet. Als wir dann in meinem Lieblingskindergarten die letzten Male waren, hat uns die Leiterin des Kindergartens mit in die ärmlichen Wohnsiedlungen der Kinder genommen, mit in die Slums.

Während des halben Jahres habe ich sehr viele Sachen gesehen und auch wirklich erschreckende Sachen, doch in den Slums war es noch einmal etwas ganz anders.


Wir sollten mitkommen um Bilder für die Förderer des Kindergartens zu machen, denn es ist wichtig den Menschen zu sagen und zu zeigen das ihre Spende auch sinnvoll ist, doch eigentlich müsste noch so viel mehr gemacht werden.


Die Spenden der Förderer gehen nämlich nur in den Kindergarten, damit die Kinder dort Bildung und jeden Tag frisches Essen bekommen können.

Doch wenn man sich einmal die Häuser der Kinder ansieht merkt man, dass dies nicht alles ist. Ein 13-jähriger Junge, der dort in den Slums lebt, hat gesagt er gehe nicht zur Schule, da er daran keine interesse habe. Er hat die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und auf ein besseres Leben aufgegeben, genauso wie viele andere die dort leben.


Die Leiterin des Kindergartens ist mit uns dorthin gegangen, weil sie Fragebögen mit den Menschen dort ausgefüllt hat. Sie setzt sich nämlich dafür ein, dass die Regierung mehr dafür tut solche Familien zu unterstützen.

Ich finde das wirklich bemerkenswert, denn ihr sind die Kinder des Kindergarten wirklich wichtig und sie möchte das etwas getan wird.


Nachdem wir die Familien Zuhause besucht haben, hat sie uns gefragt wie wir uns fühlen und ich wusste erst einmal nicht was ich sagen sollte.

Wir haben vorher schon viele Familien besucht und ärmliche Menschen getroffen, aber in den Slums ist es noch einmal extremer.

Als wir dort durch die kleinen Straßen gelaufen sind, musste ich auch sofort an die Regenzeit denken und wie schlimm es dort wohl hatte aussehen müssen. Überall lagen dort noch Trümmer der eingestürzten Strohhütten.

Was auch noch ziemlich auffällig war, dort in den Siedlungen sind kaum Tiere herumgelaufen, ganz anders wie sonst auf den Straßen Indiens, denn Tiere sind einfach zu teuer für die Menschen dort.

Am selben Nachmittag war ein Medical Check in dem Kindergarten, zudem die gesamte Familie der Kinder, die dort angemeldet sind, kommen durften. Von vier verschiedenen Ärzten wurden sie allesamt durchgecheckt und haben dann draußen von den Arzthelferinnen kostenlose Medikamente bekommen.

Dieser Medical Check findet zweimal im Jahr statt und wird von der Regierung bezahlt. Zudem besucht alle 15 Tage eine Hebamme den Kindergarten und alle schwangeren Frauen und neugeborenen Kinder werden dort kostenlos untersucht und mit Medikamenten versorgt.Auch dies wird von der Regierung bezahlt.

An unserem letzten Samstag in Indien fand unsere offizielle Abschiedsfeier statt. Zum Glück nicht an unserem letzten Tag, denn so war der eigentliche Abschied viel persönlicher.


Auf der offiziellen Feier haben die Mädchen einige Tänze aufgeführt, ein paar Frauen haben Lieder gesungen und es wurden Abschiedsreden gehalten.

Als Julia und ich dann unsere Rede halten mussten, wurde mir schon ganz anders zu Mute, denn ich wusste ich habe nur noch zweiTage.


Am Montag war dann unser letzter Tag und wir mussten uns endgültig verabschieden. Es war ziemlich schwer tschüss zu sagen, denn alle Frauen und die Mädchen sind unsere Familie geworden und es ist immer schwer seine Familie zu verlassen..


Doch wir werden in zwei bis drei Jahren wiederkommen und unsere Familie besuchen, bis dahin werden wir regelmäßig Briefe schreiben und telefonisch Kontakt halten.

Nach einer ziemlich langen und anstrengenden Rückreise, war ich froh Zuhause eine heiße Dusche nehmen zu können.

Als ich mittags mit meiner Mama einkaufen war und es auf einmal angefangen hat zu schneien, war ich echt geschockt.

In Indien hatten wir wieder jeden Tag über 35Grad und immer nur einen strahlend blauen Himmel und dann kommt man wieder nach Deutschland und es ist so grau wie man es in Erinnerung hatte.

Zumindest ist es total schön alle Leute wieder zusehen von den Erfahrungen, die man gemacht hat, zu erzählen. Außerdem weiß ich nun was ich studieren möchte, ich werde mich um einen Platz für den Studiengang internationale Sozial Arbeit bewerben. Bis dahin heißt es erstmal wieder einleben und arbeiten gehen. :D

4.3.16 13:38

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