Abschalten und Auftanken

Vergangene Woche vom 15.11 - 21.11 fand unser Zwischenseminar in Tranquebar statt.Tranquebar liegt mit dem Bus ungefähr eine Stunde von Mayiladuthurai entfernt und es liegt direkt am Strand.


Unser Seminar fing Sonntag nachmittag an, nachdem wir ein kleines Problem mit unseren Zimmern geklärt hatten, denn leider wurden wir erst am Montag erwartet, und deshalb waren die Zimmer noch nicht fertig. Nur gut das wir dann alle mit angepackt haben und dann endlich unser Seminar starten konnten.

Wir haben im Laufe der Woche viele Themen erarbeitet wie zum Beispiel: Wie geht es mir im Projekt?, Was ist mir bisher gelungen?, Was möchte ich noch erreichen?, Probleme?,..Außerdem war es Pflicht, dass jeder mindestens einmal in ein Einzelgespräch mit einem der zwei Seminarleiter geht.

Es tat wirklich gut einmal unter zwei Augen zu reflektieren, was man bisher schon alles geschafft hat und wie es einem geht.Zudem war während meines Gespräches noch einmal die Zeit nach Indien ein Thema. Was will ich machen wenn ich zurück bin? Denn auch wenn ich im Moment so weit davon weg bin, Deutschland wird wieder kommen und dann muss ich wieder in meine alte Umgebung.

Es wird komisch, denn viele werden weg sein, schon am studieren und andere stecken dann gerade in der heißen Phase für ihr Abitur und was mache ich? Darüber habe ich mir erstmal den Kopf zerbrochen, ich weiß ich möchte zum Wintersemester studieren und davor Geld verdienen um mir das Studium zu ermöglichen, doch wo und wie? Keine Ahnung.


 

Da ist mir bewusst geworden, dass ich mich darüber nochmal ein bischen schlau machen sollte und die Zeit nicht so in den Hintergrund drängen sollte.

Natürlich hatten wir nicht nur Einheiten während unseres Seminars,sondern auch immer mal wieder Pausen, in denen wir zum Strand gegangen sind und einfach mal entspannen konnten.

Wir haben auch eine kleine Tour durch Tranquebar gemacht und über die Geschichte des kleinen Ortes gelernt. So ein Zwischenseminar ist dazu da, um einmal wieder richtig abzuschalten und aufzutanken.

Die Freiwilligen sollen aus ihrem Arbeitsalltag raus und die Möglichkeit bekommen sich zu erholen. In vielen Projekten ist es nämlich so, dass man fast 24/7 am "arbeiten" ist. Sobald man sein Zimmer verlässt sind die Kinder da und wollen etwas mit dir unternehmen, es ist zwar Arbeit die Spaß macht, dennoch ist es Arbeit.

Daher hat man kaum Zeit zum auftanken, außer halt im Zimmer, aber man kann sich ja nicht immer im Zimmer einsperren. Deshalb tat das Seminar wirklich gut. Eines der Highlights war, dass wir am Donnerstag Abend in einem Hotel am Strand waren und dort im Pool schwimmen durften. Es war das erste Mal seit drei Monaten, dass ich wieder schwimmen konnte und es hat echt viel Spaß gemacht.

Ich wollte die Tage vorher auch schon immer gerne einfach ins Meer springen, doch das ist leider verboten. Seit dem Tsunami 2004 gibt es dort im Wasser nämlich sehr starke Unterströmungen, von denen häufig Menschen mitgerissen werden.

Als es dunkel wurde haben wir uns dann alle für das Abendessen fertig gemacht und ich glaube ich hatte in Indien noch nie so saubere Füße wie nach dem ganzen Chlor (wir laufen hier ja ständig barfuß.

Am Freitag morgen sind wir dann um fünf Uhr mit dem Van nach Trichy gefahren, um dort die Kirchenleitung der T.E.L.C zu treffen. Julia und ich kannten Sie aber schon vom St. Martin Tag. Als sich alle vorstellen sollte, wurde bei uns beiden gestoppt und dann hat der Bischof erst noch einmal vom 11.11 erzählt und uns erneut für unsere Arbeit gelobt.Es war ein wirklich schönes Gefühl einfach zu sehen, dass auch noch nach zwei Wochen darüber gesprochen wird.

Nach dem offiziellen Teil, sind wir dann in die Stadt gefahren und durften shoppen gehen. Eigentlich wollten wir den Rockford Tempel besuchen, da das Wetter aber leider nicht mitspielte, fiel diese Aktion ins Wasser.

Aber shoppen klang auch gut. In einem riesen Klamottengeschäft haben wir uns zunächst einmal gut eingedeckt und als wir alle fertig waren, ging es noch in einen großen Supermarkt mit auch vielen westlichen Produkten. Außerdem konnte man dort günstig sehr viele Gewürze kaufen.


Zum Abendessen gingen wir dann noch in ein kleines Restaurant, was sehr Nobel aussah. Ich weiß nicht genau ob uns das nur so vorkam, da wir schon seeehr viele andere und auch nicht so schöne Seiten hier in Indien gesehen haben oder ob es wirklich sehr Nobel war.Aufjedenfall sah es wirklich schön aus und das Essen schmeckte auch super.


 

 

 


Am Samstag morgen nach dem Frühstück war das Seminar dann vorbei. Wir hatten jedoch noch ein paar Stunden Zeit, bevor unser Zug fuhr, weshalb wir beschlossen den Rockford Tempel doch noch zu besuchen.

Das Wetter war optimal, also machten wir uns mit der Riksha auf den Weg. Der Tempel ist so besonders, da er ganz oben auf einem hohen Berg steht. Zwar ist der Tempel selbst nicht so schön oder bewundernswert, dafür der Ausblick von dort oben umso mehr.


Ebenso der abendteuerliche Aufstieg. Da es den Tag davor ziemlich geregnet hatte, waren die Stufen immer noch sehr nass und rutschig und da es ein Tempelweg war, hatten wir alle keine Schuhe an. Als mussten wir uns teilweise echt gut festhalten. Ich war total kaputt als wir oben ankamen, da es wirklich steil nach oben ging, aber dort oben war es schön windig und der Ausblick war es aufjedenfall wert.


Nachmittags sind wir dann mit dem Zug wieder zurück nach Mayiladuthurai gefahren. Dort angekommen wurden wir wieder sehr herzlichen empfangen und haben gleich erstmal Tee, Kekse und andere Leckerein bekommen.

Abends hat es dann mal wieder angefangen zu regnen, was dummerweise auch bis heute noch so weiter ging. Durch das viele Wasser hat es auch angefangen in unser Zimmer zu regnen... Ziemlich blöd weil nun viele Sachen sehr feucht sind und ich echt Angst habe, das diese anfangen zu schimmeln.Im Bad hat es nämlich schon angefangen. Gerade regnet es zumindest nicht und wir versuchen unsere Wäsche zu trocknen und es klappt ganz gut.

Falls ihr euch wundert warum ich Zeit habe Blog zu schreiben, wir müssen heute nicht arbeiten. Es wurden heute alle Schulen und Kindergärten im ganzen Distrikt geschlossen, damit alle beim aufräumen helfen können. Der Regen hat einige Schäden angerichtet und wenn ich das hier so sehe, kann ich mir kaum vorstellen, dass es in anderen Regionen noch schlimmer sein soll.

Oberhalb von Chennai sind schon seid zwei Wochen die Schulen geschlossen. Es wurden nämlich die Dämme dort geöffnet um schlimmeres zu verhindern, leider wurden dadurch sehr viele Dörfer geflutet. Zwischendurch sehen wir die Bilder in den Nachrichten und dann bekommt man schon echt Gänsehaut. Wenn man das so sieht, hofft man nur das der Regen bald wieder weg ist und die Sonne kommt.Traurig das es hier oft kein gesundes Mittelmaß gibt, entweder zuviel Regen und Überschwemmungen oder gar kein Regen und Dürre..

Letztes Jahr hatten die Menschen hier wohl kaum Regen, doch dieses Jahr sieht das schon wieder ganz anders aus. Mal sehen was sonst noch so auf uns zu kommt. Jetzt müssen wir erst einmal den Compound schmücken und alles für die Weihnachtsfeier vorbereiten, die schon am 5. Dezember ist.

Wir müssen mit den Kindern einen deutschen Tanz aufführen, einen indischen Tanz und Julia und ich müssen noch die Weihnachtsengel spielen und beim Krippenspiel mitwirken. Dummerweise sind unsere Texte auf Tamil und ich kann sie kaum aussprechen. Immer wenn ich ihn den Kindern aufsage, verstehen sie nicht viel. Naja.. da muss ich wohl noch ein bisschen üben. :D

23.11.15 10:02

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