Thanjavur

Während der vergangenen Feiertage haben Julia und ich zwei andere Freiwillige in Thanjavur besucht.

Thanjavur ist eine sehr große und touristische Stadt mit vielen verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Dort gewohnt haben wir in dem Projekt der Freiwilligen, im T.E.L.C Bethania Deaconess Home. Ein kleines Gelände, auf dem einige Schwestern leben und arbeiten, auch noch nach ihrer Pensionierung.


Desweiteren befindet sich auf dem Gelände eine kleine Kapelle und ein Kinderheim in dem die Freiwilligen unter anderem arbeiten.

Zusätzlich zu dem Projekt gehört noch ein Frauenheim, welches zu Fuß ca. 10 Minuten entfernt liegt.Als wir am Mittwoch morgen in Thanjavur ankamen, sind wir sofort mit einer der Freiwilligen in das Kinderheim gegangen und haben uns dort angeschaut wie ein Vormittag bei denen abläuft.


Genau wie in unseren Kindergärten wird dort viel gesungen, gebastelt und es werden auch schon fleißig Tänze einstudiert. Es ist eine sehr überschauliche kleine Gruppe von ca. 15 Kindern. Sie alle sind total offen und direkt, sie fielen uns direkt um den Hals als wir das erste Mal den Raum betraten.


Das liegt daran, das sie alle keine Eltern haben und daher gerne nach Aufmerksamkeit streben. Man kann sehr viel mit den Kindern unternehmen, denn sie sind immer froh wenn sie etwas zu tun haben und selbst etwas machen dürfen.


Nachdem wir unser Mittagessen beendet hatten, haben wir uns die große Einkaufsstraße von Thanjavur angeschaut und sind auf einen kleinen Basar gegangen. Doch leider konnte ich die Gegend nicht sehr genau erkunden da es mir nicht sonderlich gut ging.

Nach der anstregenden kleinen Tour, haben wir uns in unseren Zimmern noch einmal kurz ausgeruht, bevor wir um halb vier das Frauenheim besucht haben.

Dort muss am Nachmittag immer einer der Freiwilligen von halb vier bis sechs Uhr arbeiten. Das Frauenheim besteht aus mehreren großen Gebäuden, die dicht aneinander gebaut sind. Die neueren Gebäude, in dem die Schlafsäle der Frauen sind, sehen sehr modern aus, die Küche und der Aufenthaltsraum hingegen nicht, da diese sich noch in den älteren Gebäuden befinden.

Insgesamt bietet das Heim Platz für 200 Frauen, doch Momentan wohnen dort nur 56. Die meisten von ihnen leiden an Behinderungen. Es gibt jedoch auch Einzelfälle, wo die Frauen dort leben, weil sie einfach sehr alt sind und Familienangehörige für sie den Unterhalt bezahlen.

Ich fand es sehr schön das Frauenheim zu besuchen und habe mich dort auch total wohl gefühlt, da die Atmosphäre eine ganz besondere war. Außerdem haben sich die Frauen auch unglaublich gefreut uns kennen zulernen.

Doch ich war auch froh als wir um sechs Uhr zurück gehen konnten, da ich Fieber bekommen hatte und ziemlich müde war. Am nächsten Tag ging es mir dann immer noch nicht so super, aber ich bin trotzdem mit in das Kinderheim gegangen.

Dort haben wir zusammen mit den Kindern Sterne beklebt, die ich vorher aufgemalt hatte und wir haben sehr viel gesungen. Die Kinder sind immer total super gelaunt, weshalb die Zeit auch sehr schnell verging.

Zum Mittagessen sind wir in das Frauenheim gegangen, da es dort outside food gab. Eine Familie hat den Frauen essen gespendet, also sollten wir dort auch mit essen, denn es gab Briyani.Briyani ist ein traditionelles Festessen bestehend aus Reis mit Soße, Gemüse und wahlweise Vegetarisch oder aber mit Fleisch.


Nachmittags sind wir dann zum großen Tempel gelaufen und haben ihn besichtigt. Ganz anders wie der kleine Tempel bei uns in Mayiladuthurai. Da Thanjavur eine Touristen Stadt ist, ist der Tempel ein beliebtes Ausflugsziel und daher sehr überfüllt.


Wir wurden ständig gefragt ob wir Lust haben Bilder zu machen oder wurden einfach fotografiert, da wir immer nein gesagt haben. Das war zwischendurch echt anstregend, weshalb wir nicht so lange im Tempel blieben.


Auf dem Rückweg wollten Julia und ich noch den Palast besichtigen, aber wir haben uns total verlaufen und mussten mit Google Maps erst einmal wieder zur Hauptstraße finden.

Danach war ich so kaputt und müde, das wir wieder zurück zum Projekt gelaufen sind und uns ein bisschen ausgeruht haben.

Abends sind wir noch einmal zum großen Orient Shop gelaufen, ein riiiesen großer Einkaufsladen, in dem es einfach alles gibt, besonders auch viele westliche Sachen. Nachdem wir uns gut eingedeckt hatten mit allerlei Süßigkeiten ging es wieder zurück.

Am nächsten Morgen haben wir noch einmal das Frauenheim und das Kinderheim besucht um uns zu verabschieden und sind dann zum Bahnhof gelaufen. Zug fahren ist hier echt total cool, solange man selbst nicht in einem total überfüllten Abteil sitzt.


Jeder Sitzplatz hat entweder noch zusätzlich eine Schlafbank oder lässt sich zu einer hochklappen, was echt total praktisch ist bei langen Zugfahrten. Zudem gibt es keine Fensterscheiben im Zug, daher ist es immer sehr windig während der Fahrt, was jedoch wieder sehr nützlich ist bei den überfüllten Abteilen, damit auch genug Luft hineinkommt.

Nach 1 1/2 Stunden Fahrt waren wir wieder in Mayiladuthurai angekommen und ich bin zufrieden in mein Bett gefallen. Es war ein schöner, wenn auch kurzer Trip nach Thanjavur, doch ich bin auch froh wieder im Projekt zu sein.

25.10.15 08:03

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