Erste Indische Hochzeit

Am vergangenen Freitag waren wir zu unserer ersten indischen Hochzeit eingeladen.

Wir waren total gespannt wie das wohl ablaufen würde. Doch zuerst einmal hatten wir das Problem das wir nichts zum anziehen hatten, denn auf festlichen Feiern tragen die Frauen hier Saris und da unsere Sari Bluse noch beim Schneider lag, konnten wir also nur unsere normale Alltagskleidung anziehen. Zwar hat uns jeder gesagt, dass das in Ordnung wäre und wir schick genug aussähen, aber da war ich mir nicht so sicher :D

In der Kirche angekommen haben wir uns nach ganz hinten gesetzt, da wir selbst mit dem Brautpaar nichts zu tun hatten, doch dann haben uns die Frauen unseres Compounds nach ganz vorne in die erste Reihe gesetzt. Ganz schön komisch, da wir einfach niemanden dort kannten und sofort nach ganz vorne gesetzt wurden.

Die Kirche war mit ganz vielen bunten Blumen geschmückt und im Gang der Kirche waren viele verzierte Bögen aufgestellt, durch die das Brautpaar am Ende durch gelaufen ist. Bevor der Gottesdienst anfing, verteilte ein kleines Mädchen Rosenblätter an alle anwesenden Gäste.

Als die Braut nun endlich eintraf und durch die Kirche lief, konnte man ihren festlichen. rot-goldenen Sari sehen und auf dem Kopf trug sie einen weißen Schleier. Als sie vorne ankam setzte sich sich neben den Bräutigam auf einen Plastikstuhl.

Anders als in Deutschland werden hier keine Ringe und Küsse auf der Hochzeit ausgetauscht, sondern Goldkettchen und nach der Vermählung gibt sich das Paar die Hand. Auffällig war, dass die Braut während der ganzen Feier nicht einmal gelächelt hat und auch auf den Bildern hatten die Leute immer ernste Blicke.

Später wurde uns dann gesagt, dass es Unglück bringt wenn man auf Hochzeitsbildern lächelt.. naja zuspät, denn ich habe leider freudestrahlend gelächelt als wir mit dem Brautpaar Fotos machen sollten. :D

Am folgenden Tag war hier nicht sehr viel los, denn am Wochenende ist es hier auf dem Compound ziemlich ruhig.

Wir haben an dem Tag aber endlich unsere Managerin kennengelernt, eine sehr liebevoll und offene Frau im Alter von 72 Jahren. Sie hat uns einiges über unser kommendes halbes Jahr erzählt und uns viele Fragen beantwortet. Zudem hat sie uns heute zu einem kleinem Fest in die Kirche eingeladen.

Nach der zwei stündigen Messe heute morgen, konnten wir uns an den großen, draußen aufgebauten Ständen Süßigkeiten und Tee kaufen. Zudem stand dort eine große Wanne voll mit Wasserbomben, mit denen die Kinder eine Wasserschlacht machten, um die glühende Hitze von 37 Grad erträglich zu machen.

Währenddessen fand in der Kirche eine große Auktion statt, bei der die Gäste auf verschiedenste Sachen bieten konnten. Es wurden zum Beispiel viele Töpfe und Kleidungen verkauft. Am besten war jedoch als der Mann, der sich um die Auktion kümmerte, eine Tüte voll Eier und daneben eine andere Tasche hochhielt. Auf einmal zog er nämlich aus der Tasche ein lebendes Huhn. Ich war im ersten Moment total geschockt, weil ich damit einfach nicht gerechnet habe, aber eigentlich war es ziemlich lustig und interessant zu sehen.

Nach dem Fest haben wir uns erst einmal zurück in unser Zimmer verzogen, da die Sonne ziemlich stark schien. Dabei haben wir unseren ersten Gecko im Zimmer entdeckt.

Im Moment versuchen wir immer noch ihn zu fangen und wieder raus zu bringen, jedoch klappt das nicht so ganz :D

Morgen gehen wir endlich wieder im Kindergarten arbeiten, Reena( eine der Erzieherinnen) hat uns erzählt das uns die Kinder schon vermisst haben weil wir Freitag nicht da waren (:

13.9.15 15:03

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