Erste Woche in Indien

Kaum zu glauben vor einer Woche um genau die selbe Uhrzeit bin ich im Süden Indiens, in Chennai angekommen.

Nach einer sehr anstrengenden und Nervenaufreibenden Anreise war ich froh endlich angekommen zu sein. Doch der erste Kulturschock ließ nicht lang auf sich warten.

Die ersten fünf Tage verbrachte ich mit 11 weiteren Freiwilligen in einem Hotel, wo wir noch ein kleines Vorbreitungsseminar für unseren Freiwilligendienst hatten.

Direkt am ersten Abend gingen wir in ein Restaurant und wir waren allesamt total überfordert als wir die Speisekarte lasen, lauter komische Gerichte und keine Ahnung was sich dort hinter verbirgt. Nur gut das unser Mentor Charles dabei war und uns geholfen hat. Wir haben alle extra "mildes" Essen bestellt, doch als wir anfingen zu essen brannte mir einfach nur die Zunge.Echt schade, denn so konnte ich das leckere essen gar nicht genießen.

In den folgenden Tagen haben wir einiges unternommen, doch als erstes standen unsere Simkarten und Internetsticks auf dem Plan, was ein Akt.. Wir brauchten ca. 5 Stunden bis endlich alles funktionierte und selbst dann gab es noch ein paar Komplikationen.

Wir haben an einem Tag eine Universität in Chennai besucht und eine Medikamentenfabrik, die gleich nebenan war. Es war echt interessant zu sehen wir dort die Medikamente hergestellt werden, doch die Tour durch die Fabrik war mega anstrengend, da es in den Räumen unglaublich warm war und nach Chemie gestunken hat

.Am nächsten Tag stand shopping auf dem Plan, sehr aufregend! Auch dies dauerte wieder einige Stunden da es gar nicht so einfach ist Chudidas in den passenden Größen zu finden. Als wir damit fertig waren hatte jeder zwei vollständige Outfits, also waren wir bereit um in unsere Projekte zu gehen, doch erst am vergangenen Montag war es soweit.

Davor waren wir am Sonntag das erste Mal in der evangelischen Kirche in Chennai. Der Pastor hieß uns alle herzlich Willkommen und wir begrüßten die Gemeinde mit einem einstudierten Lied. Am nächsten Morgen sollte es nun dann los gehen zu unseren Projekten.

Laut Plan sollten wir um elf Uhr von Chennai losfahren, doch unsere Begleiter kamen erst gegen ein Uhr an unserem Hotel an.

Anschließend fuhren wir noch zu einer Schule, wo uns der Direktor Willkommen heißen wollte, doch das hieß ebenfalls erstmal warten. Über eine Stunde lang hat er auf sich warten lassen, doch so langsam waren wir schon dran gewöhnt das Pünktlichkeit in Indien nicht oberste Priorität hat.

Nachdem der Direktor nun da war, machten wir uns um vier Uhr am Nachmittag auf dem Weg in unsere Projekte. Ich fuhr mit acht Freiwilligen zusammen in einem kleinen Bus Richtung Mayiladuthurai. Wir hatten einen kleinen "Partybus" denn überall waren Lichterketten die leuchteten und bunte Discokugeln und laute Musik.

Das war am Anfang echt lustig doch mit der Zeit echt nervig. Da wir eigentlich in vier Stunden hätten da sein müssen, dachte ich mir die Musik wird schon nicht so nervig sein, da unser Busfahrer aber leider nicht wusste wo Mayiladuthurai ist und sich ständig verfahren hat, waren wir ganze zehn Stunden unterwegs und kam erst am Dienstag morgen um zwei Uhr hier an..

Nach der anstrengenden Fahrt bin ich dann sofort in meinem neuen Zimmer ins Bett gefallen. Zu blöd ich hatte nicht einmal mehr die Motivation mein Moskitonetz aufzuhängen und sah am nächsten Morgen dementsprechend zerstochen aus.

Naja nachdem wir am nächsten Morgen gefrühstückt hatten wurde uns zunächst der Compound gezeigt, ein riesiges Gelände auf dem 250 Mädchen leben. Die Häuser sind alle sehr bunt und liebevoll eingerichtet, besonders gut gefällt mir mein Zimmer welches ich mir mit meiner Mitfreiwilligen teile.

Ein recht großes Zimmer mit zwei Holzbetten, mehreren Kommoden und einem großen Schrank voll mit Sachen von Ehmaligen Freiwilligen, die sie hier gelassen haben. Doch das beste, ein riesen großer Ventilator an der Decke, der das Wetter hier noch erträglich macht.

Im Moment arbeiten wir hier noch nicht, sondern müssen uns erst um unsere Registrierung kümmern, damit wir arbeiten können. In der Zwischenzeit richten wir uns in unserem Zimmer ein, gehen häufig mit den Frauen in die Stadt und zum Schneider.

Einmal waren wir bereits in dem Kindergarten der hier auf dem Gelände liegt. Es ist ein sehr kleiner Kindergarten mit nur 15 Kindern im Alter zwischen zwei und drei. Sie sind alle sehr herzlich und haben schon eine Bindung zu uns nach nur einem Tag aufgebaut. Das hat mir das Gefühl gegeben, dass ich mir hier sehr schnell einleben kann und werde, sobald wir arbeiten können und in den vollständigen Alltag des Heimes eintauchen.

Für unsere Registrierung mussten wir heute in eine andere Stadt fahren, was ein echt abenteuerliches Erlebnis war. Wir sind zum ersten Mal mit dem öffentlichen Stadtbus gefahren. Wie man es aus Filmen kennt, total überfüllte Busse, stickige Luft, lautes Hupen und keine Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Wir hatten Glück und ergatterten uns einen Sitzplatz weit vorne und konnten so direkt auf die Straße schauen, was wir aber lieber hätten nicht tun sollen. Der Busfahrer ist immer ziemlich schnell gefahren und das auf den überfüllten Straßen Indiens.

Die einzige Verständigung hier auf den Straßen? Hupen!Die Leute hupen ununterbrochen wenn jemand vor ihnen fährt, ziemlich laut und anstrengend. Doch unser Busfahrer war einfach die Härte. Er fing gnadenlos an zu hupen wenn vor ihm jemand war, ob Motorrad, Fahrrad oder Auto. Er forderte sie dadurch auf Platz zu machen damit er dadurch kann ohne wirkliche Rücksicht auf Verluste.

Augenscheinlich haben die Leute wohl Pech gehabt wenn sie ihm nicht ausweichen, denn er trat nie auf die Bremse. Dadurch war es manchmal echt knapp mit den Motorrädern, weshalb ich mich schon gar nicht mehr traute auf die Straßen zu gucken. Nach zwei Stunden Fahrt waren wir endlich da, nur um ca eine halbe Stunde rumzusitzen wegen der Registrierung und dann wieder zwei Stunden mit dem Bus zurück zu fahren.

Ziemlich anstrengend bei dem Wetter, weshalb ich auf der Rückfahrt eingeschlafen bin.Nachdem wir um vier Uhr Tee bekommen haben, so wie jeden Tag, haben wir uns auf die Dachterasse gesetzt und ein Buch über die Geschichte des Compounds angeschaut.

Da kamen auf einmal drei Mädchen vorbei um ihre Wäsche aufzuhängen und haben dann gemeinsam mit uns gelesen und uns ein paar Sachen erklärt.Jetzt gerade liege ich in meinem Bett und warte auf unser Abendessen. Ich bin schon gespannt was uns die nächsten Tage so erwartet.(Bilder folgen demnächst )

10.9.15 16:27

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