Back in Germany

Hier ist nun mein Abschlusseintrag über meinen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Indien.

 

Nun bin ich schon seit ein paar Tagen wieder Zuhause im kalten Deutschland, doch zunächst möchte ich noch einmal meine letzten Wochen in Indien beschreiben

Nach unserem Urlaub wurde mir allmählich klar, dass die Zeit fast vorbei sein würde. Deshalb haben wir die letzten Wochen dazu genutzt, jeden freien Augenblick zu nutzen und mit den Mädchen unseres Compounds zu verbringen.


Leider hatten diese nicht immer so viel Zeit, da diesen Monat die Examen geschrieben werden, weshalb die älteren Mädchen sogar sieben Tage die Woche von morgens neun Uhr bis abends fünf Uhr Schule haben. Kaum vorstellbar wenn man hier in Deutschland lebt.

Dennoch haben wir uns dann abends mit den Mädchen zusammengesetzt und angefangen UNO zu spielen, damit sie auch ein wenig Freizeit hatten.

Nach der Regenzeit wurde es nun in großen Schritten immer wärmer, denn der Sommer steht schon bald vor der Tür. Dummerweise war die Luftfeuchtigkeit immer ziemlich hoch, was den Alltag ziemlich erschwert hat.


Schon morgens beim morning prayer war es anstrengend einfach nur zwanzig minuten lang zu stehen. Es sind sogar immer öfter Mädchen dabei ohmächtig geworden.

Ein weiteres Problem was die extreme Regenzeit und der bevorstehende Sommer mit sich bringt, sind Schlangen. Immer häufiger haben sie sich in den Kindergärten und auch auf dem Compound zeigen lassen.

Ich für meinen Teil wollte unbedingt mal eine sehen, denn es hat mich interessiert wie groß sie wirklich sind, doch ich habe keine zu Gesicht bekommen.

Als sich zwei Schlangen zwischen der gewaschenen Wäsche der Mädchen versteckt haben, wurde mir schon ganz anders zu Mute, denn es hätte wirklich etwas ernsthaftes passieren können.

Das Gelände es Compounds ist wirklich riesig und besitzt mehrere Gärten, wo sich viele Schlangen verstecken können. Das gefährliche ist auch, dass die älteren Mädchen auch garden tution (Gartenarbeit) haben.

Ich bin nur froh, das der compound drei Gärtner hat, die sich darum kümmern die Schlangen zu entfernen.

 

In den letzten zwei Wochen haben wir uns von allen Kindergärten verabschiedet. Als wir dann in meinem Lieblingskindergarten die letzten Male waren, hat uns die Leiterin des Kindergartens mit in die ärmlichen Wohnsiedlungen der Kinder genommen, mit in die Slums.

Während des halben Jahres habe ich sehr viele Sachen gesehen und auch wirklich erschreckende Sachen, doch in den Slums war es noch einmal etwas ganz anders.


Wir sollten mitkommen um Bilder für die Förderer des Kindergartens zu machen, denn es ist wichtig den Menschen zu sagen und zu zeigen das ihre Spende auch sinnvoll ist, doch eigentlich müsste noch so viel mehr gemacht werden.


Die Spenden der Förderer gehen nämlich nur in den Kindergarten, damit die Kinder dort Bildung und jeden Tag frisches Essen bekommen können.

Doch wenn man sich einmal die Häuser der Kinder ansieht merkt man, dass dies nicht alles ist. Ein 13-jähriger Junge, der dort in den Slums lebt, hat gesagt er gehe nicht zur Schule, da er daran keine interesse habe. Er hat die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und auf ein besseres Leben aufgegeben, genauso wie viele andere die dort leben.


Die Leiterin des Kindergartens ist mit uns dorthin gegangen, weil sie Fragebögen mit den Menschen dort ausgefüllt hat. Sie setzt sich nämlich dafür ein, dass die Regierung mehr dafür tut solche Familien zu unterstützen.

Ich finde das wirklich bemerkenswert, denn ihr sind die Kinder des Kindergarten wirklich wichtig und sie möchte das etwas getan wird.


Nachdem wir die Familien Zuhause besucht haben, hat sie uns gefragt wie wir uns fühlen und ich wusste erst einmal nicht was ich sagen sollte.

Wir haben vorher schon viele Familien besucht und ärmliche Menschen getroffen, aber in den Slums ist es noch einmal extremer.

Als wir dort durch die kleinen Straßen gelaufen sind, musste ich auch sofort an die Regenzeit denken und wie schlimm es dort wohl hatte aussehen müssen. Überall lagen dort noch Trümmer der eingestürzten Strohhütten.

Was auch noch ziemlich auffällig war, dort in den Siedlungen sind kaum Tiere herumgelaufen, ganz anders wie sonst auf den Straßen Indiens, denn Tiere sind einfach zu teuer für die Menschen dort.

Am selben Nachmittag war ein Medical Check in dem Kindergarten, zudem die gesamte Familie der Kinder, die dort angemeldet sind, kommen durften. Von vier verschiedenen Ärzten wurden sie allesamt durchgecheckt und haben dann draußen von den Arzthelferinnen kostenlose Medikamente bekommen.

Dieser Medical Check findet zweimal im Jahr statt und wird von der Regierung bezahlt. Zudem besucht alle 15 Tage eine Hebamme den Kindergarten und alle schwangeren Frauen und neugeborenen Kinder werden dort kostenlos untersucht und mit Medikamenten versorgt.Auch dies wird von der Regierung bezahlt.

An unserem letzten Samstag in Indien fand unsere offizielle Abschiedsfeier statt. Zum Glück nicht an unserem letzten Tag, denn so war der eigentliche Abschied viel persönlicher.


Auf der offiziellen Feier haben die Mädchen einige Tänze aufgeführt, ein paar Frauen haben Lieder gesungen und es wurden Abschiedsreden gehalten.

Als Julia und ich dann unsere Rede halten mussten, wurde mir schon ganz anders zu Mute, denn ich wusste ich habe nur noch zweiTage.


Am Montag war dann unser letzter Tag und wir mussten uns endgültig verabschieden. Es war ziemlich schwer tschüss zu sagen, denn alle Frauen und die Mädchen sind unsere Familie geworden und es ist immer schwer seine Familie zu verlassen..


Doch wir werden in zwei bis drei Jahren wiederkommen und unsere Familie besuchen, bis dahin werden wir regelmäßig Briefe schreiben und telefonisch Kontakt halten.

Nach einer ziemlich langen und anstrengenden Rückreise, war ich froh Zuhause eine heiße Dusche nehmen zu können.

Als ich mittags mit meiner Mama einkaufen war und es auf einmal angefangen hat zu schneien, war ich echt geschockt.

In Indien hatten wir wieder jeden Tag über 35Grad und immer nur einen strahlend blauen Himmel und dann kommt man wieder nach Deutschland und es ist so grau wie man es in Erinnerung hatte.

Zumindest ist es total schön alle Leute wieder zusehen von den Erfahrungen, die man gemacht hat, zu erzählen. Außerdem weiß ich nun was ich studieren möchte, ich werde mich um einen Platz für den Studiengang internationale Sozial Arbeit bewerben. Bis dahin heißt es erstmal wieder einleben und arbeiten gehen. :D

Kleine Rundreise durch den Süden Indiens

Da bin ich wieder, frisch aus dem Urlaub und total erholt. :D


Die letzten zwei Wochen waren Julia und ich mit den anderen Freiwilligen im Urlaub, doch die Woche vorher hatten wir erst noch Besuch von meiner Familie.

 

Wochen bevor sie zu Besuch waren, lagen mir die Kinder in den Ohren wie sehr sie sich darauf freuen meine Familie kennen zu lernen und als die dann endlich da waren, wurden sie buchstäblich überrannt.


Die Mädchen bildeten einen großen Kreis um meine Familie herum, lachten, tuschelten und versuchten sich an ihrem Englisch. Für mich war das ziemlich amüsant, da wir diese Situatuin schon gewohnt waren und wussten, dass diese Reaktion der Mädchen normal ist.Als mein Papa dann auch noch angefangen hat die kleinen zu fotografieren, waren sie mehr als nur glücklich.

 

 Nach dem Besuch auf unserem Compound, fuhren wir am nächsten Tag nach Pondicherry, um Weihnachten dort zu verbringen. Ich muss schon sagen, es hat etwas Heiligabend am Strand zu liegen und die Sonne zu genießen.


Nach ein paar Tagen hieß es aber dann erst einmal wieder Abschied nehmen, denn noch bleibe ich ein paar Wochen hier.

 

Julia und ich sind am 26.12 morgens mit dem Bus zurück nach Mayiladuthurai gefahren und haben dort unsere Reiserucksäcke gepackt, da wir am Abend unseren großen Urlaub starteten.

Abends um neun Uhr trafen wir uns mit den anderen Freiwilligen am Bahnhof und fuhren mit dem Zug nach Madurai, wo wir morgens um drei Uhr ankamen. Ziemlich anstregend wenn man die ganze Nacht über Zug fährt, doch zum Glück kann man in den Zügen auch prima schlafen.


In Madurai hatten wir für zwei Nächte ein kleines Zimmer, wo wir zu neunt drinnen schliefen. Man hatte wirklich nicht viel Platz, da wir aber sowieso nur zum schlafen dort waren, reichte es.

In Madurai waren wir zunächst auf dem großen Basar, wo leider wieder zahlreiche Mitbringsel und Andenken verkauft wurden. So blieb ich bei einem Stand nach dem anderen hängen und habe mir sogar zwei Hosen schneidern lassen.


Nach dem Basar haben wir den großen Tempel besichtigt, wo wir erst einmal lange anstehen mussten und durch eine Sicherheitskontrolle laufen mussten. Total ungewohnt, weil normalerweise nehmen die Menschen hier es mit solchen Kontrollen nicht so ernst.

Als wir im Tempel waren, war ich ziemlich überrascht wie viele Menschen dort herumliefen. Sie drängelten sich in mehreren Schlangen durch den schmalen Eingang um hinein zu gelangen. Das war uns dann aber zu bunt, wir setzten uns nach einem kleinen Rundgang zunächst einmal auf die Treppen des öffentlichen Bads.


Am Abend waren wir noch im Palast, bei der Lichtershow. Wir saßen dort in der Mitte des riesigen Hofes und mit bunten Lichtern, Geräuschen und Texten wurde auf Englisch die Geschichte des Tempels dargestellt. Das sah schon ziemlich beeindruckend aus, doch als wir am nächsten Tag noch einmal dort waren, um den Palast bei Tageslicht zu begutachten, war ich noch mehr beeindruckt. Unvorstellbar wie man so riesige Gebäude schon damals bauen konnte.


 

In der Nacht sind wir dann weiter zu unserer nächsten Station gereist, Kanyakumari, die Südspitze Indiens. Dort sind wir morgens um sieben Uhr angekommen und prompt das erste Unglück, zwei der Freiwilligen saßen in einem anderem Abteil und sind leider eine Station zu früh ausgestiegen.

Naja, so machten wir uns mit unseren schweren Rucksäcken auf dem Weg zum Hotel, während die anderen beiden mit dem Taxi unterwegs zu uns waren. Im Hotel angekommen legten wir zunächst unser Gepäck beiseite und gingen frühstücken und schon einmal an der Strandpromenade vorbei.

Nachdem wir mit frühstücken fertig waren, war es an der Zeit einzuchecken, wobei wir bemerkten, das unser Hotel sogar einen Pool auf dem Dach hatte. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und sprinteten sofort aufs Dach. Es war zwar nur ein sehr kleiner Pool, doch man hatte einen super schönen Ausblick, konnte sich sonnen und für eine Abkühlung hat es gereicht. Doch das Beste? Wir waren dort alleine!


Nach drei Stunden jedoch wurde es langsam voller, weshalb wir beschlossen hatten in die Stadt zu gehen. Dort gingen wir zunächst runter zum Strand, denn dort im Wasser stand eine Fahne, welche den südlichsten Punkt Indiens markiert. Da das aber nicht so spektakulär war, besuchten wir anschließend das Gandhi Denkmal, welches schon wesentlich beeindruckender war.


Nach dem Mittagessen teilten wir uns in zwei Gruppen, die eine ging zum Tempel und die anderen in das erste Wachsmuseum Indiens. Wir hatten von vornherein nicht so viel erwartet, waren aber positiv überrascht, denn wir hatten eine Menge zu lachen!Das Museum bestand auch nur aus 13 Figuren und einem Raum mit 3D Bildern, mit denen wir aber ziemlich viel machen konnten.


Am zweiten Tag wollten wir morgens früh den Sonnenaufgang auf unserem Hoteldach beobachten, doch leider war es zu bewölkt um irgendwas sehen zu können und nach der Enttäuschung wollten wir hinunter zur Fähre um rüber zu den kleinen Inseln, wo zwei Denkmäler liegen, zu fahren.

Doch die Schlange war schon wieder viiiel zu lang, weshalb wir beschlossen schon früher mit dem Bus weiter nach Alleppey zu fahren. Unser Glück, denn wir fuhren ganze neun Stunde, womit niemand gerechnet hat.

 

Aber wir sind es ja schon gewohnt hier niergends pünktlich anzukommen. So kamen wir also erst weit nach Einbruch der Dunkelheit in unserem Hotel an. Trotzdem blieb noch Zeit für ein gemeinsames Abendessen.

Als wir am nächsten Morgen wach wurden, bemerkte ich erst einmal wie unser Zimmer überhaupt aussah. Die Wände und auch das Dach bestanden nur aus Palmenblättern und ich fühlte mich echt total wohl in dem Zimmer. Was auch ganz praktisch war, die Wände waren so dünn, dass wir mit normaler Lautstärke mit den Leuten reden konnten, die zwei Zimmer weiter wohnten.


Nachdem wir gefrühstückt hatten, packten wir unsere Sachen wieder zusammen und liefen zum Bootsverleih. Für Silvester hatten wir nämlich etwas ganz besonderes geplant, eine Nacht auf einem Hausboot mitten in den Backwaters. So ein Hausboot ist ziemlich teuer und wir mussten pro Person 60€ bezahlen, doch es war auch ein einmaliges Erlebnis und da die anderen Hotels eher sehr günstig waren, waren alle damit einverstanden.


Als wir zum Steg gingen, kam ich aus dem staunen gar nicht mehr heraus, so viele riesige Boote und dann standen wir vor unserem. Auf dem unteren Deck hatten wir ein kleines Sofa, zwei Sessel und Bänke. Die Ecke war zwar überdacht, aber dennoch an den Seiten offen, weshalb wir uns die meiste Zeit dort aufhielten.


 

Wir hatten fünf Schlafzimmer mit jeweils eigenem Bad, eine Küche inklusive drei Köchen und einen großen Essensaal mit langem Tisch. Außerdem befand sich in dem Raum noch eine Anlage. Nachdem wir alles besichtigt hatten und Feuerwerk für die Nacht besorgt hatten, legten wir los.


 

Den ganzen Tag lang fuhren wir durch die wunderschönen Bachwaters und genossen jeden einzelnen Moment. Genau so haben wir uns den Urlaub vorgestellt. Doch als es dunkel war, legten wir plötzlich an, denn nachts darf man auf den Backwaters nicht fahren.


Also verbrachten wir die Nacht direkt im Dschungel. Wir hatten auch bedenken überhaupt Feuerwerk zu machen, da wir ja im Dschungel waren, doch unser Kapitän meinte das wäre gar kein Problem.


Dieses Silvester war wirklich einmalig! Am nächsten Morgen sind wir sehr früh wieder zurück gefahren und als wir wieder angelegt hatten, machten wir uns auf den Weg zur nächsten Unterkunft.Diese befand sich unmittelbar in Strand Nähe, weshalb wir direkt runter zum Strand gingen um erst einmal zu baden.

Am nächsten Morgen wollten wir eine Kanu Tour durch die Backwaters machen, doch das stellte sich zunächst als ein bisschen problematisch dar. Wir waren eine zu große Truppe, weshalb keine zweier Kanus mehr übrig waren. Doch wir bekamen zwei größere Kanus und teilten uns einmal in vier und einmal in fünf Leute auf. In dem Preis inbegriffen war noch eine Bootsfahrt zu den Kanus hin und die Fahrt wieder zurück, weshalb wir so noch einmal sehr viel sehen konnten.


Als die Kanus dann da waren, strahlten wir gleich alle, denn jedes der zwei Kanus hatte hinten einen Steuermann sitzen und in der Mitte ein langes Dach. Wir mussten also nicht durchgehend rudern, da immer nur zwei gleichzeitig an der Reihe waren.

Unsere Steuermänner führten uns durch die secret villages, wo offensichtlich nicht häufig Touristen herkamen, doch so bekamen wir noch einmal einen ganz anderen Einblick in das Leben der Menschen in den Backwaters.

Abends waren wir noch im Kino, was auch ein einmaliges Erlebnis war. In indischen Kinos gehen die Leute immer total ab und fiebern richtig mit. Ziemlich lustig so etwas mit zu erleben. Desweiteren war ich aber auch über die Handlung des Filmes ein wenig irritiert, denn in dem Film ging es um Alkohol, Zigaretten und Scheidung. Alles Themen die in Indien eigentlich nicht erlaubt sind. Umso mehr hat es mich gewundert, dass darüber ein Film gedreht wurde.

Am nächsten Morgen ging unsere Reise dann weiter nach Kochi. Dort angekommen, wohnten wir in einem süßen kleine Haus, deren Hausmutter ziemlich fürsorglich und nett war. Sie hat uns sehr herzlich empfangen und immer dafür gesorgt, das uns nichts fehlt.

 Außerdem hat sie uns viel Stress erspart, indem sie zum Beispiel die Tickets für ein Theater besorgt hat. In Kochi waren wir tagsüber an der Strandpromenade shoppen und haben uns die riesigen Fischernetze angeschaut.

 

Desweiteren haben wir die älteste Kirche Kochis besucht, wo man die Ventilatoren der damaligen Zeit noch sehen konnte. Lange Holzplatten an der Decke hängend, die mit Seilen verbunden waren, an denen früher gezogen wurde. Dadurch klappten sie die Platten hoch und erzeugten so den benötigten Wind.


An einem Abend waren wir in einem kleinen Theater, was sehr interessant war. Vorher konnte man eine Stunde lang zu gucken, wie sich die Darsteller selbst oder gegenseitig mit sehr auffälligen Farben geschminkt haben.

Als es anfing wurde einem zunächst die verschiedenen Bedeutungen der Mimiken erklärt, damit man sich besser einfinden konnte. Ich fand das Theater wirklich sehr interessant und wäre gern noch einmal dorthin gegangen, doch dafür blieb leider keine Zeit, denn am nächsten Morgen machten wir uns sehr früh auf den Weg zu einem Elefantentrainingscamp.

Dort kann man kostenlos beim waschen der Elefanten mithelfen, beim Training zu gucken und auf ihnen reiten. Doch als wir dort ankamen, war es leider geschlossen..

Echt ärgerlich, doch unser Fahrer hat uns dann zu dem Fluss gefahren, wo die Elefanten immer gewaschen werden und so konnten wir zumindest zuschauen und hinterher ein paar schöne Bilder machen.


 

 

Gegen zehn uhr abends sind wir dann weitergereist. Zunächst sind wir mit dem Zug bis drei Uhr morgens nach Coimbatore gefahren, wo wir zwei Stunden lang warten mussten und dann mit dem Zug nach Mettupallayam. Dort angekommen mussten wir uns anstellen, um Tickets für die Blue Mountain Bahn zu bekommen, denn es ist nur ein kleiner Zug mit wenigen Plätzen. Es ist eine alte Dampflock, die täglich einmal nach Ooty hochfährt.


 

Bei Touristen sehr beliebt, denn durch die geringe Geschwindigkeit und den verschiedenen Zwischenstopps, kann man eine Menge von der Landschaft sehen. Es lohnt sich wirklich! Wir sind bis auf 2283m Höhe hinauf gefahren, bis wir in Ooty waren. Unterwegs haben wir viele Affen gesehen, Wasserfälle und die wunderschönen Teeberge.

 

 

In Ooty angekommen suchten wir zunächst einen Supermarkt und kauften für unser Abendessen ein. Danach nahmen wir wieder den Zug und fuhren bis zu der Station, die in der Nähe unsere Unterkunft lag... In der Nähe ist gut gesagt, wir mussten noch einige Kilometer laufen und hatten unsere schweren Rucksäcke dabei. Die gesamte Zeit mussten wir an einem Millitär Übungsgeländer und einem Wald vorbeilaufen, was mir nicht gerade sehr symphatisch vorkam.

Als wir dann endlich das kleine Dörfchen erreicht hatten, wurden wir gleich wieder von jedem schief angeschaut. Vermutlich sind auch dort nicht oft Touristen.

Als wir dann vor dem Tor zu unserer Unterkunft standen, war ich überwältigt. Wir standen vor einem riesigen gelb, roten Haus, was für die nächsten zwei Nächte nur uns gehörte. Nachdem wir die Zimmer verteilt hatten, entdeckten wir einen Raum, der mit Matratzen und Wolldecken vollgestopft war, weshalb wir alles nach unten brachten und eine große Matratzen Wiese aufbauten und den einzigen kleinen Heizofen den es gab, in der Mitte des Raumes platzierten.


Es war für uns so ungewohnt auf einmal wieder zu frieren. Normalerweise haben wir um die 30grad und in Ooty waren es auf einmal nur noch 16grad und nachts sogar nur noch 8grad. Deshalb beschlossen wir auch alle in einem Raum zu schlafen, da es überall in dem Haus zog.

 

Abends haben wir dann alle zusammen gekocht und am nächsten Morgen hatten wir sogar richtiges Toast zum Frühstück, Ei und Nutella. Nachdem wir fertig waren, fuhren wir mit dem Zug wieder hoch nach Ooty und besuchten dort den großen botanischen Garten.

Anschließend kümmerten wir uns um einen Van der uns am nächsten Tag zum Nationlpark bringen sollte. Das hieß mal wieder sehr früh aufstehen. Pünktlich um sechs Uhr morgens stand der Van vor der Tür und fuhr los.

Am Nationalpark wurde uns dann gesagt, dass wir keinen Jeep mehr nehmen könnten, da schon alle weg seien. Unsere einzige Möglichkeit wäre ein Platz in einem der Busse, doch da müssten wir erst noch auf mindestens 12 weitere Leute warten. Nachdem wir über eine halbe Stunde gewartet hatte und die Zeit bis zum schließen des Parks immer näher rückte, kamen wir auf die Idee einfach den ganzen Bus zu mieten.Glücklicherweise ließen sich die Leute darauf ein und so hatten wir einen ganzen Bus für uns allein.


 

Nachdem aus dem Nationalpark wieder da waren, warteten wir auf einen Bus, der nach Mysore fuhr. Dabei schälten wir ein paar Mandarinen, welche sofort eine ganze Affenfamilie anlockten. Sie kamen immer näher und fingen an unsere Rucksäcke anzufassen. Immer wenn wir versucht haben sie wegzuscheuchen, fingen sie an uns anzufauchen und gingen nicht weg. Zum Glück kam dann der Bus und wir konnten schnell flüchten.

Mysore war unsere letzte Station, bevor es wieder zurück in unsere Projekte ging. Dort besuchten wir als erstes den riesigen Palast. Wir brauchten erst eine Weile um den Eingang zu finden, da wir die ganze Zeit nur Ausgänge fanden. Als wir dann endlich auf dem Gelände waren, gingen wir auch in das Innere des Palast. Leider durfte man dort keine Bilder machen, ich würde nämlich echt gerne zeigen wie schön er ist. Es führte ein kleiner Rundweg durch die Räume und riesigen Sääle des Palast. Ich muss sagen, das Geld für den Eintritt hat sich wirklich gelohnt. Noch nie habe ich einen Ballsaal von innen gesehen und erst recht nicht in der Größe und der Verkleidung.

Desweiteren führte der Rundwege durch eine kleine Galerie mit großen gemalten Portraits der damaligen Bewohner und man konnte hinter einem Glaskasten einen Stuhl aus Gold betrachten, der nur für besondere Anlässe hervor geholt wurde. Beim laufem durch den Palast fühlte man sich wie in einer anderen Zeit, doch dann war der Rundweg auch schon wieder vorbei.


Am Abend haben wir alle zusammen einen Film geguckt und alle Urlaubsbilder angeschaut und auf einen Stick gezogen. Ein entspannter letzter Abend vor unserer Rückreise. Morgens haben wir dann nach dem Frühstück noch eine Synagoge besichtigt, wo wir eigentlich nicht rein durften, was wir aber nicht wussten und sind anschließend noch auf den großen Obst- und Gemüsemarkt gegangen.


Mittags gab es als Abschiedsessen noch einmal Pizza und dann machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Dort mussten wir uns schon von einigen verabschieden, da wir in verschiedenen Abteilen saßen und dann begann die 15 stündige Zugfahrt bis nach Mayiladuthurai.

Dort angekommen wurden wir von den Mädchen sehr herzlich empfangen und auf die Frauen zeigten großes Interesse an unseren Urlaubsgeschichten.

Nun sitze ich hier, seit zwei Tagen wieder am arbeiten und sehe wie sich mein Freiwilligendienst langsam dem Ende neigt. Nur noch sieben Wochen bis ich wieder zurück fliege. Nur noch sieben Wochen bis ich wieder in meinen normalen Alltag zurück kehre.. Und was habe ich dann vor? Eine sehr schwere Frage, die mich beschäftigt.

Im Moment weiß ich noch nicht so genau was ich dann machen möchte, aber vielleicht weiß ich das in sieben Wochen. Wir werden sehen, zunächst einmal werde ich nun die letzten Wochen hier noch in vollen Zügen genießen und meine zweiten Rundbrief zu Ende schreiben. :D Bis bald (:

rain,rain go away!

Oh man was ein Chaos hier!

Seit Wochen ist es nur am regnen und es nimmt einfach kein Ende.Ich habe Anfang Dezember in den Kindergarten nach Kiliyanur gewechselt, ein kleiner Kindergarten in einem Dorf außerhalb.

Leider war ich bis jetzt nur einmal dort, da mir dann gesagt wurde ich dürfe nicht arbeiten gehen, denn es sei zu gefählich. Warum? Der Regen ist schuld!

In den Nachrichten läuft es rund um die Uhr. Chennai, die Hauptstadt von Tamil Nadu ist komplett überflutet und die Stromversorgung liegt lahm. Hunderttausende Menschen mussten flüchtet, da sie ihre Häuser verloren haben und das Wasser auf den Straßen steht den Menschen bis über die Knie.

Wenn man die Bilder in der Zeitung oder in den Nachrichten sieht ist das wirklich sehr erschreckend. Bei uns ist es zum Glück nicht ganz so schlimm, zwar regnet es hier auch ununterbrochen und das schon seit zwei Wochen, aber das Wasser auf den Straßen läuft relativ gut wieder ab.

Dennoch darf ich nicht arbeiten gehen, denn ich müsste eine halbe Stunde mit dem Bus fahren, welcher statt stündlich nur noch zweimal am Tag fährt und die Straßen bis nach Kiliyanur sind teilweise komplett von dem Wasser der übergelaufenen Reisfelder bedeckt.

Auch in Kiliyanur selbst sind die Straßen eher nicht so leicht zu überqueren. Als ich letzte Woche Dienstag dort war hat man sofort gesehen, dass die riesigen Schlaglöcher in den Straßen bis oben hin voll mit Wasser waren und an dem Tag bin ich auch noch das erste Mal Motorrad gefahren.

Natürlich nicht selbst, das wäre mir echt zu gefährlich auf Indiens Straßen! Aber eine der Erzieherin hat starke Probleme beim laufen, weshalb sie von einem bekannten mitgenommen wurde und wie es in Indien so üblich ist, packt man das Motorrad dann auch voll. Also sind wir zu dritt auf dem Motorrad bis zum Kindergarten gefahren.

Es war wirklich ein schönes Erlebnis für mich, wie eine echte Inderin auf einem Motorrad über die huckeligen Straßen zu fahren.Im Kindergarten angekommen haben wir dann den ganzen Tag für die Weihnachtsfeier geübt und Spiele gespielt und in der Mittagspause hat es dann mal wieder richtig angefangen zu regnen.

Als wir um vier Uhr dann im strömenden Regen zur Bushaltestelle gelaufen sind, war meine Hose schon einmal total nass. Im Bus war ich dann froh das dieser Fensterscheiben hatte, da mir so schon kalt war und ich nicht noch mehr Regen abbekommen wollte. Doch leider regnete es durch die Fensterrahmen hinein und da ich am Fenster saß, bekam ich alles ab.

An der Bushaltestelle in Mayiladuthurai angekommen, bin ich beim aussteigen in die nächste große Pfütze getreten und stand bis zum Schienbein in dem braunen Wasser... Weil der Regen auch leider wieder stärker wurde, machten Umar ( eine Erzieherin) und ich erst einmal halt in einem kleinen Restaurant und haben heißen Tee getrunken um uns aufzuwärmen.

Als ich dann später zurück auf unserem compound war, war ich pitschnass, aber irgendwie war mir das total egal. Ich fande es ziemlich abenteuerlich so einen Tag mal mitzuerleben. Unsere compound Omis jedoch wollten dann nicht mehr, dass ich bei dem Wetter dorthin gehe, da sie Angst haben ich würde krank werden.


Naja und seitdem war ich nicht mehr im Kindergarten arbeiten. Zumindest hatten wir letzte Woche noch einiges zu tun, damit es nicht langweilig wurde, denn am Samstag war unsere Weihnachtsfeier und dafür hatten wir noch viel zu tun.

Julia und ich haben mit einer Gruppe von 6 Mädchen einen Tanz einstudiert, wir haben bei dem Tanz der baby class mitgemacht und wir haben bei dem Drama der Mädchen mitgespielt.

Dort mussten wir als Weihnachtsengel auf Tamil unseren Text aufsagen und Blöckflöte spielen... und ich kann keine Blockflöte spielen. Naja das heißt ich hatte wirklich viel zu tun und wir waren total froh, dass die Weihnachtsfeier am Samstag dann endlich vorbei war.


Es war wirklich anstregend und stressig für uns, denn wir hatten zwischen jedem Auftritt nur zwei Lieder zeit und mussten uns jedes Mal umziehen, abschminken und neu fertig machen. Umso glücklicher waren wir dann, nach unserem letzten Auftritt.


Zwar habe ich das Blockflöte spielen ein wenig verkackt, aber es war immerhin besser als in den Proben :D Mit den Mädchen hatten wir auch eine Menge Spaß währrend der ganzen Vorbereitung und auch an dem Tag der Vorführung, weshalb es schon ein wenig schade ist nicht mehr täglich mit ihnen zu proben.

Nach der Weihnachtsfeier gab es noch Essen für alle Gäste und als Nachtisch gab es wieder Kesari, mein absolutes Lieblingsessen! Danach konnten wir getrost in unser Zimmer gehen und am liebsten wäre ich ins Bett gegangen, doch wir mussten noch aufbleiben, da wir in der Nacht Nikolaus spielen wollten.


Als alle Mädchen dann schlafen ware, haben wir uns leise rumgeschlichen und jedem Mädchen ein kleines Bonbon mit einem Zettel in den Schuh gelegt.


Zu unserer großen Überraschung befanden sich am nächsten Tag in unseren Schuhen auch kleine Zettelchen, Haarspangen, ein Stempel und Kullis. Die Mädchen haben sich scheinbar so über unsere kleine Überraschung gefreut, dass sie uns auch etwas zurück geben wollten.

Es ist einfach unglaublich schön zu sehen, wenn man merkt das es den Mädchen gefällt was wir machen und wenn wir dafür auch etwas zurück bekommen.Alleine schon wenn sie morgens zu uns hinlaufen und sagen das sie zum Beispiel unseren selbst einstudierten Tanz auf der Weihnachtsfeier mochten.

Am Sonntag morgen saßen wir dann total verschlafen in der Kirche und mussten uns große Mühe geben nicht einzuschlafen. Es ist einfach schrecklich, durch dieses graue und nasse Wetter wird man einfach nicht mehr wach.

Zudem wird der See in unserem Zimmer immer größer, denn das Wasser tropft an immer mehr Stellen vom Dach. Ich fände das ja noch nicht mal so schlimm, da wir regelmäßig mit einem Wischmopp das Wasser weg machen, doch es fängt einfach alles an zu Schimmeln...

Unsere Klamotten, Koffer, der Boden, die Wände und unser Bett ist auch schon total feucht. Hoffentlich hört das bald auf! Wir können nicht einmal mehr waschen, da die Klamotten nicht mehr trocken werden.

Langsam nervt es wirklich total, aber andereseits können wir froh sein, dass es nur im Zimmer tropft und wir Schimmel haben. In anderen Distrikten sieht das wesentlich schlimmer aus.

Seit heute ist der FLughafen in CHennai zumindest wieder geöffnet und man kann sogar sein Internet am Handy wieder aufladen. Am Wochenende haben alle Vodafone Nutzer 100MB kostenlos bekommen, da in Chennai niemand mehr in der Lage war sein Handy aufzuladen.

Außerdem hat man mehrmals SMSn bekommen in denen stand, dass die Leute hoffen man selbst sei in Sicherheit und die Army hat Schiffe und Hubschrauber losgeschickt mit Essenspaketen und Trinkwasser für die Menschen in den betroffenen Gebieten.

Ich selbst kann mir gar nicht vorstellen ,was sie Menschen dort durchmachen müssen. Sie haben einfach alles verloren und leider sind bei den ganzen Fluten auch einige Menschen gestorben..

Als mir eine Erzieherin letzte Woche erzählt hat, dass sie und ihr Mann sitzend auf Stühlen schlafen müssen, da das Wasser in ihrem Haus zu hoch steht war ich schon total fassungslos. Sie und ihr Mann haben ihr komplettes Monatsgehalt für die Reperatur ihres Daches bezahlt, was aber leider nichts gebracht hat und die Frau musste dafür sogar ihren Ring verkaufen.

Nun haben sie kaum noch Geld für diesen Monat und eigentlich müsste sie dringend zum Arzt gehen. In solchen Momenten werden mir meine Privilegien einfach immer mehr bewusst. Denn ich werde jeder Zeit von hier weggeholt, wenn die Situation zu gefährlich wird und ich kann jeder Zeit wieder nach Hause fliegen, in ein geschütztes Haus.

Doch die Menschen hier haben keine andere Wahl, sie müssen versuchen sich durch diese Zeiten durchzukämpfen. Auch wenn es im Moment sehr schwer ist, da es die schlimmste Monsumzeit seit 150 Jahren ist..

Zum Glück hat sich die Lage in Chennai schon wieder ein wenig beruhigt und ich bin sehr zuversichtlich, dass es in der kommenden Woche langsam aufhören wird zu regnen und das ich dann endlich wieder arbeiten gehen kann.

Für die nächsten Wochen habe ich geplant meine Nachforschungen für den zweiten Rundbrief anzufangen. Außerdem kommt in zwei Wochen schon meine Familie zu Besuch und anschließend fahre ich mit den anderen Freiwiliigen in den Urlaub. Also hoffe und ich bete ich nun dafür, dass der Regen bald endlich aufhört!

Abschalten und Auftanken

Vergangene Woche vom 15.11 - 21.11 fand unser Zwischenseminar in Tranquebar statt.Tranquebar liegt mit dem Bus ungefähr eine Stunde von Mayiladuthurai entfernt und es liegt direkt am Strand.


Unser Seminar fing Sonntag nachmittag an, nachdem wir ein kleines Problem mit unseren Zimmern geklärt hatten, denn leider wurden wir erst am Montag erwartet, und deshalb waren die Zimmer noch nicht fertig. Nur gut das wir dann alle mit angepackt haben und dann endlich unser Seminar starten konnten.

Wir haben im Laufe der Woche viele Themen erarbeitet wie zum Beispiel: Wie geht es mir im Projekt?, Was ist mir bisher gelungen?, Was möchte ich noch erreichen?, Probleme?,..Außerdem war es Pflicht, dass jeder mindestens einmal in ein Einzelgespräch mit einem der zwei Seminarleiter geht.

Es tat wirklich gut einmal unter zwei Augen zu reflektieren, was man bisher schon alles geschafft hat und wie es einem geht.Zudem war während meines Gespräches noch einmal die Zeit nach Indien ein Thema. Was will ich machen wenn ich zurück bin? Denn auch wenn ich im Moment so weit davon weg bin, Deutschland wird wieder kommen und dann muss ich wieder in meine alte Umgebung.

Es wird komisch, denn viele werden weg sein, schon am studieren und andere stecken dann gerade in der heißen Phase für ihr Abitur und was mache ich? Darüber habe ich mir erstmal den Kopf zerbrochen, ich weiß ich möchte zum Wintersemester studieren und davor Geld verdienen um mir das Studium zu ermöglichen, doch wo und wie? Keine Ahnung.


 

Da ist mir bewusst geworden, dass ich mich darüber nochmal ein bischen schlau machen sollte und die Zeit nicht so in den Hintergrund drängen sollte.

Natürlich hatten wir nicht nur Einheiten während unseres Seminars,sondern auch immer mal wieder Pausen, in denen wir zum Strand gegangen sind und einfach mal entspannen konnten.

Wir haben auch eine kleine Tour durch Tranquebar gemacht und über die Geschichte des kleinen Ortes gelernt. So ein Zwischenseminar ist dazu da, um einmal wieder richtig abzuschalten und aufzutanken.

Die Freiwilligen sollen aus ihrem Arbeitsalltag raus und die Möglichkeit bekommen sich zu erholen. In vielen Projekten ist es nämlich so, dass man fast 24/7 am "arbeiten" ist. Sobald man sein Zimmer verlässt sind die Kinder da und wollen etwas mit dir unternehmen, es ist zwar Arbeit die Spaß macht, dennoch ist es Arbeit.

Daher hat man kaum Zeit zum auftanken, außer halt im Zimmer, aber man kann sich ja nicht immer im Zimmer einsperren. Deshalb tat das Seminar wirklich gut. Eines der Highlights war, dass wir am Donnerstag Abend in einem Hotel am Strand waren und dort im Pool schwimmen durften. Es war das erste Mal seit drei Monaten, dass ich wieder schwimmen konnte und es hat echt viel Spaß gemacht.

Ich wollte die Tage vorher auch schon immer gerne einfach ins Meer springen, doch das ist leider verboten. Seit dem Tsunami 2004 gibt es dort im Wasser nämlich sehr starke Unterströmungen, von denen häufig Menschen mitgerissen werden.

Als es dunkel wurde haben wir uns dann alle für das Abendessen fertig gemacht und ich glaube ich hatte in Indien noch nie so saubere Füße wie nach dem ganzen Chlor (wir laufen hier ja ständig barfuß.

Am Freitag morgen sind wir dann um fünf Uhr mit dem Van nach Trichy gefahren, um dort die Kirchenleitung der T.E.L.C zu treffen. Julia und ich kannten Sie aber schon vom St. Martin Tag. Als sich alle vorstellen sollte, wurde bei uns beiden gestoppt und dann hat der Bischof erst noch einmal vom 11.11 erzählt und uns erneut für unsere Arbeit gelobt.Es war ein wirklich schönes Gefühl einfach zu sehen, dass auch noch nach zwei Wochen darüber gesprochen wird.

Nach dem offiziellen Teil, sind wir dann in die Stadt gefahren und durften shoppen gehen. Eigentlich wollten wir den Rockford Tempel besuchen, da das Wetter aber leider nicht mitspielte, fiel diese Aktion ins Wasser.

Aber shoppen klang auch gut. In einem riesen Klamottengeschäft haben wir uns zunächst einmal gut eingedeckt und als wir alle fertig waren, ging es noch in einen großen Supermarkt mit auch vielen westlichen Produkten. Außerdem konnte man dort günstig sehr viele Gewürze kaufen.


Zum Abendessen gingen wir dann noch in ein kleines Restaurant, was sehr Nobel aussah. Ich weiß nicht genau ob uns das nur so vorkam, da wir schon seeehr viele andere und auch nicht so schöne Seiten hier in Indien gesehen haben oder ob es wirklich sehr Nobel war.Aufjedenfall sah es wirklich schön aus und das Essen schmeckte auch super.


 

 

 


Am Samstag morgen nach dem Frühstück war das Seminar dann vorbei. Wir hatten jedoch noch ein paar Stunden Zeit, bevor unser Zug fuhr, weshalb wir beschlossen den Rockford Tempel doch noch zu besuchen.

Das Wetter war optimal, also machten wir uns mit der Riksha auf den Weg. Der Tempel ist so besonders, da er ganz oben auf einem hohen Berg steht. Zwar ist der Tempel selbst nicht so schön oder bewundernswert, dafür der Ausblick von dort oben umso mehr.


Ebenso der abendteuerliche Aufstieg. Da es den Tag davor ziemlich geregnet hatte, waren die Stufen immer noch sehr nass und rutschig und da es ein Tempelweg war, hatten wir alle keine Schuhe an. Als mussten wir uns teilweise echt gut festhalten. Ich war total kaputt als wir oben ankamen, da es wirklich steil nach oben ging, aber dort oben war es schön windig und der Ausblick war es aufjedenfall wert.


Nachmittags sind wir dann mit dem Zug wieder zurück nach Mayiladuthurai gefahren. Dort angekommen wurden wir wieder sehr herzlichen empfangen und haben gleich erstmal Tee, Kekse und andere Leckerein bekommen.

Abends hat es dann mal wieder angefangen zu regnen, was dummerweise auch bis heute noch so weiter ging. Durch das viele Wasser hat es auch angefangen in unser Zimmer zu regnen... Ziemlich blöd weil nun viele Sachen sehr feucht sind und ich echt Angst habe, das diese anfangen zu schimmeln.Im Bad hat es nämlich schon angefangen. Gerade regnet es zumindest nicht und wir versuchen unsere Wäsche zu trocknen und es klappt ganz gut.

Falls ihr euch wundert warum ich Zeit habe Blog zu schreiben, wir müssen heute nicht arbeiten. Es wurden heute alle Schulen und Kindergärten im ganzen Distrikt geschlossen, damit alle beim aufräumen helfen können. Der Regen hat einige Schäden angerichtet und wenn ich das hier so sehe, kann ich mir kaum vorstellen, dass es in anderen Regionen noch schlimmer sein soll.

Oberhalb von Chennai sind schon seid zwei Wochen die Schulen geschlossen. Es wurden nämlich die Dämme dort geöffnet um schlimmeres zu verhindern, leider wurden dadurch sehr viele Dörfer geflutet. Zwischendurch sehen wir die Bilder in den Nachrichten und dann bekommt man schon echt Gänsehaut. Wenn man das so sieht, hofft man nur das der Regen bald wieder weg ist und die Sonne kommt.Traurig das es hier oft kein gesundes Mittelmaß gibt, entweder zuviel Regen und Überschwemmungen oder gar kein Regen und Dürre..

Letztes Jahr hatten die Menschen hier wohl kaum Regen, doch dieses Jahr sieht das schon wieder ganz anders aus. Mal sehen was sonst noch so auf uns zu kommt. Jetzt müssen wir erst einmal den Compound schmücken und alles für die Weihnachtsfeier vorbereiten, die schon am 5. Dezember ist.

Wir müssen mit den Kindern einen deutschen Tanz aufführen, einen indischen Tanz und Julia und ich müssen noch die Weihnachtsengel spielen und beim Krippenspiel mitwirken. Dummerweise sind unsere Texte auf Tamil und ich kann sie kaum aussprechen. Immer wenn ich ihn den Kindern aufsage, verstehen sie nicht viel. Naja.. da muss ich wohl noch ein bisschen üben. :D

St. Martin in Indien

So, nachdem mein letzter Eintrag schon wieder eine Weile her ist, kommt nun ein neuer Post zum Thema St. Martin in Indien.

Mein Projekt hat ziemlich oft hohen Besuch von Pastoren, den obersten der T.E.L.C oder von unserem Bischof.

Vor ca. einer Woche war dieser mal wieder zu Besuch bei uns und als wir zum Tee alle zusammen saßen hat er unserer Managerin die Geschichte über St. Martin erzählt (die kennt hier in Indien nämlich niemand). Als er fertig war kam er auf die toll Idee man könne ja das Martins Fest aus Deutschland, nach Indien holen.

Ab hier waren dann Julia und ich gefragt. Erst hieß es wir sollen mit den Mädchen von unserem Compound einen kleinen Umzug am St. Martins Tag machen und den Kindern die Geschichte, die sich dahinter verbirgt, erzählen.

Natürlich sollte dafür auch jedes Kind eine Laterne haben, was bei 150 Mädchen gar nicht mal so einfach war. Aber wir nahmen uns der Herausforderung gerne an.

Da hieß es nämlich noch, das wir den Mädchen nur zeigen sollten, wie man eine Laterne bastelt, sodass diese ihre eigene selbst basteln können.


Doch leider fingen an dem Freitag wieder Ferien an, die dummerweise auch noch bis Mittwoch gingen. Also haben Julia und ich die Laternen weites gehend allein gebastelt.Lediglich sieben der Mädchen blieben über die Feiertage da, sodass sie uns beim bemalen der Laternen helfen konnten.


An dem Samstag Abend kam der Bischof dann erneut zu uns und hat sich mit uns über unsere Pläne unterhalten. Da wir ihm erzählt haben, dass wir geplant haben zwei deutsche Lieder mit den Mädchen zu singen und das Martins-Spiel mit dem Bettler vorzuführen, wofür ich sogar extra ein Pferd und ein Schwert gebastelt habe, war er auf einmal so von unserer Idee begeistert, dass wir das Ganze nicht mehr wie geplant bei uns in kleiner Runde feiern sollten.


Er hat uns gebeten unseren Umzug mit dem kleinen Theaterstück nach Porayar zu verlegen. Dorthin wurden nämliche alle Pastoren und die wichtigen Leute der T.E.L.c eingeladen und sie alle sollten sehen, wie St. Martin in Deutschland abläuft.


Das hat mich echt nervös gemacht, da ich die Martins Geschichte erzählen wollte und das jetzt auf einmal vor ganz vielen Leuten machen sollte. Außerdem sollten wir nun die Lieder alleine in der Kirche vorsingen und nicht mehr mit den Kindern.

Unser Glück war, das drei weitere Freiwilligen ebenfalls dorthin eingeladen wurden, sodass wir sie gleich direkt beim singen mit eingebunden haben. :D

Also war soweit alles geklärt, doch leider hatten wir bis Samstag erst 60 Laternen und auf einmal mussten wir noch 40 weitere machen, was echt viel Zeit in Anspruch nahm. Insgesamt waren Julia und ich fünf Tage lang damit beschäftigt alles fertig zu machen.


Zu unserem Pech war die Regenzeit an den Tagen hier auch noch voll im Gange, sodass wir im dicken Pullover und Wollschal einen Abend bei Kerzenschein weiter basteln mussten, da wir ein paar Stunden lang Stromausfall hatten.

Das war ein bisschen stressig, da wir unter Zeitdruck standen, aber irgendwie war es auch eine total schöne Atmosphäre im Kerzenschein da zu sitzen und keinen Strom zu haben.

Dennoch glaube ich, dass wir nun so viele Laternen gebastelt haben, dass wir nie wieder welche machen wollen.

Am Mittwoch morgen sind wir dann zunächst mit dem Bus nach Tranquebar gefahren, wo wir und die anderen drei Freiwilligen zum Mittagessen mit den Pastoren eingeladen wurden. Es wurde nämlich extra eine Gans (wie die Martins Gans) zubereitet und wir sollten sie unbedingt probieren. Dazu gab es Reis, zwei verschiedene Soßen und Gemüse.

Einer der Freiwilligen meinte zu mir, dass die Soße sehr scharf sei, doch davon habe ich nichts gemerkt. Das zeigt mir zum Glück immer wieder, wie sehr ich mich schon an das scharfe Essen hier gewöhnt habe.

Nachdem wir alle zu Mittag gegessen haben, sind wir mit dem Auto rüber nach Porayar gefahren und haben in der Kirche alles für die Messe vorbereitet.


Danach sind wir alle in die Mitte das Dorfes gelaufen, wo unser Umzug gestartet ist. Ich habe an alle anwesenden Kinder Laternen, Stöcke und Kerzen verteilt, während Julia sich auf das Pferd setzen musste und als St. Martin vorher reiten sollte.


Vor der Kirche angekommen, wurden erst einmal ganz viele Fotos gemacht, bevor wir Freiwilligen zu unseren "reservierten" Plätzen geführt wurden. Natürlich mal wieder ganz vorne..

Erst wurden wieder unzählige Reden gehalten, was ein bisschen öde war, aber dann waren wir an der Reihe. Zu fünft standen wir also ganz vorne und haben "Laterne,Laterne" gesungen. Erstaunlicherweise hat das echt viel Spaß gemacht und ich war gar nicht so nervös.


Später war dann unser Martins-Spiel an der Reihe. Gemeinsam mit einer unserer Compound Omis (Arul) stand ich vorne und habe die Geschichte auf Englisch erzählt, immer abwechselnd während Arul die Geschichte auf Tamil für die Kinder übersetzt hat.Gleichzeit lief auch unser kleines Theaterstück.

Als wir endlich fertig waren, war ich froh mich wieder setzen zu können. Nachdem die Messe vorbei war, gab es draußen noch Tee und Süßigkeiten für jeden. Es gab Kesari, was ich wirklich über alles liebe. Das ist nämlich eine Art oranger Grießbrei, mit Nüssen und Rosinen. Ich freue mich jedes Mal wenn wir das bekommen, weil es das leider nicht sehr oft gibt.

Zusammenfassend war es ein richtig schöner Tag.Wir hatten alle eine Menge Spaß und es war schön St. Martin nach Indien gebracht zu haben, weil es dieses Jahr das erste Mal war, das hier so etwas gemacht wurden.

Vorallem für Julia und mich ist es besonders schön, weil wir beiden alles geplant und gemacht haben ohne irgendeine Anweisung bekommen zu haben. Wir hatten alle Freiheiten diesen Tag zu gestalten und durch die ganzen positiven Rückmeldungen haben wir gemerkt, dass wir alles richtig gemacht haben. Es war ein erfolgreicher Tag!

Thanjavur

Während der vergangenen Feiertage haben Julia und ich zwei andere Freiwillige in Thanjavur besucht.

Thanjavur ist eine sehr große und touristische Stadt mit vielen verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Dort gewohnt haben wir in dem Projekt der Freiwilligen, im T.E.L.C Bethania Deaconess Home. Ein kleines Gelände, auf dem einige Schwestern leben und arbeiten, auch noch nach ihrer Pensionierung.


Desweiteren befindet sich auf dem Gelände eine kleine Kapelle und ein Kinderheim in dem die Freiwilligen unter anderem arbeiten.

Zusätzlich zu dem Projekt gehört noch ein Frauenheim, welches zu Fuß ca. 10 Minuten entfernt liegt.Als wir am Mittwoch morgen in Thanjavur ankamen, sind wir sofort mit einer der Freiwilligen in das Kinderheim gegangen und haben uns dort angeschaut wie ein Vormittag bei denen abläuft.


Genau wie in unseren Kindergärten wird dort viel gesungen, gebastelt und es werden auch schon fleißig Tänze einstudiert. Es ist eine sehr überschauliche kleine Gruppe von ca. 15 Kindern. Sie alle sind total offen und direkt, sie fielen uns direkt um den Hals als wir das erste Mal den Raum betraten.


Das liegt daran, das sie alle keine Eltern haben und daher gerne nach Aufmerksamkeit streben. Man kann sehr viel mit den Kindern unternehmen, denn sie sind immer froh wenn sie etwas zu tun haben und selbst etwas machen dürfen.


Nachdem wir unser Mittagessen beendet hatten, haben wir uns die große Einkaufsstraße von Thanjavur angeschaut und sind auf einen kleinen Basar gegangen. Doch leider konnte ich die Gegend nicht sehr genau erkunden da es mir nicht sonderlich gut ging.

Nach der anstregenden kleinen Tour, haben wir uns in unseren Zimmern noch einmal kurz ausgeruht, bevor wir um halb vier das Frauenheim besucht haben.

Dort muss am Nachmittag immer einer der Freiwilligen von halb vier bis sechs Uhr arbeiten. Das Frauenheim besteht aus mehreren großen Gebäuden, die dicht aneinander gebaut sind. Die neueren Gebäude, in dem die Schlafsäle der Frauen sind, sehen sehr modern aus, die Küche und der Aufenthaltsraum hingegen nicht, da diese sich noch in den älteren Gebäuden befinden.

Insgesamt bietet das Heim Platz für 200 Frauen, doch Momentan wohnen dort nur 56. Die meisten von ihnen leiden an Behinderungen. Es gibt jedoch auch Einzelfälle, wo die Frauen dort leben, weil sie einfach sehr alt sind und Familienangehörige für sie den Unterhalt bezahlen.

Ich fand es sehr schön das Frauenheim zu besuchen und habe mich dort auch total wohl gefühlt, da die Atmosphäre eine ganz besondere war. Außerdem haben sich die Frauen auch unglaublich gefreut uns kennen zulernen.

Doch ich war auch froh als wir um sechs Uhr zurück gehen konnten, da ich Fieber bekommen hatte und ziemlich müde war. Am nächsten Tag ging es mir dann immer noch nicht so super, aber ich bin trotzdem mit in das Kinderheim gegangen.

Dort haben wir zusammen mit den Kindern Sterne beklebt, die ich vorher aufgemalt hatte und wir haben sehr viel gesungen. Die Kinder sind immer total super gelaunt, weshalb die Zeit auch sehr schnell verging.

Zum Mittagessen sind wir in das Frauenheim gegangen, da es dort outside food gab. Eine Familie hat den Frauen essen gespendet, also sollten wir dort auch mit essen, denn es gab Briyani.Briyani ist ein traditionelles Festessen bestehend aus Reis mit Soße, Gemüse und wahlweise Vegetarisch oder aber mit Fleisch.


Nachmittags sind wir dann zum großen Tempel gelaufen und haben ihn besichtigt. Ganz anders wie der kleine Tempel bei uns in Mayiladuthurai. Da Thanjavur eine Touristen Stadt ist, ist der Tempel ein beliebtes Ausflugsziel und daher sehr überfüllt.


Wir wurden ständig gefragt ob wir Lust haben Bilder zu machen oder wurden einfach fotografiert, da wir immer nein gesagt haben. Das war zwischendurch echt anstregend, weshalb wir nicht so lange im Tempel blieben.


Auf dem Rückweg wollten Julia und ich noch den Palast besichtigen, aber wir haben uns total verlaufen und mussten mit Google Maps erst einmal wieder zur Hauptstraße finden.

Danach war ich so kaputt und müde, das wir wieder zurück zum Projekt gelaufen sind und uns ein bisschen ausgeruht haben.

Abends sind wir noch einmal zum großen Orient Shop gelaufen, ein riiiesen großer Einkaufsladen, in dem es einfach alles gibt, besonders auch viele westliche Sachen. Nachdem wir uns gut eingedeckt hatten mit allerlei Süßigkeiten ging es wieder zurück.

Am nächsten Morgen haben wir noch einmal das Frauenheim und das Kinderheim besucht um uns zu verabschieden und sind dann zum Bahnhof gelaufen. Zug fahren ist hier echt total cool, solange man selbst nicht in einem total überfüllten Abteil sitzt.


Jeder Sitzplatz hat entweder noch zusätzlich eine Schlafbank oder lässt sich zu einer hochklappen, was echt total praktisch ist bei langen Zugfahrten. Zudem gibt es keine Fensterscheiben im Zug, daher ist es immer sehr windig während der Fahrt, was jedoch wieder sehr nützlich ist bei den überfüllten Abteilen, damit auch genug Luft hineinkommt.

Nach 1 1/2 Stunden Fahrt waren wir wieder in Mayiladuthurai angekommen und ich bin zufrieden in mein Bett gefallen. Es war ein schöner, wenn auch kurzer Trip nach Thanjavur, doch ich bin auch froh wieder im Projekt zu sein.

Anbumalar day care center

Diesen Monat lang arbeite ich in einem anderen Kindergarten und zwar im Anbumalar day care center. Welches in einem etwas kleineren Stadtteil von Mayiladuthurai liegt. Hier einmal mein Tagesablauf in dem neuen Kindergarten.

Morgens um kurz nach neun mache ich mich mit einer der Erzieherinnen unseres Compounds, die auch in Anbumalar arbeitet, auf den Weg zur Arbeit. Wir fahren mit dem Bus zur Grundschule und bringen ihren Sohn dorthin, bevor wir weiter zum Kindergarten laufen.

Dort angekommen sind meistens schon ein paar der Kinder da, sodass ich sofort von ihnen nach draußen auf den Spielplatz gezogen werde, um mit ihnen zu spielen. Mittlerweile können die Kinder auch schon meinen Namen ganz gut aussprechen, zwar sagen sie immer „DoreenaAkka“ aber das trifft meinen Namen schon am ehesten, denn in der baby class werde ich komischer Weise immer Tina genannt.

Sobald dann alle Kinder eingetroffen sind, wird ihnen meistens die Uniform angezogen. Dabei helfe ich dann immer, da einige Kinder noch zu klein sind um dieses selbst zu können. Nachdem alle umgezogen wurden beginnt eine der Erzieherinnen mit dem Morgengebet, indem sie immer zwei Zeilen vor betet und die Kinder dies dann nachsprechen.

Anschließend werden verschiedene Lieder gesungen, bei denen ich zum Teil sogar schon ganz gut mitsingen kann. Um ca. 10:30 Uhr gibt es dann Frühstück für die Kinder, das heißt sie bekommen eine Art salzigen Grießbrei mit Kakaopulver vermischt. Ich bekomme davon auch jeden Morgen etwas ab und ich muss sagen es schmeckt echt ziemlich gut. Mal eine willkommene Abwechslung im Gegensatz zu den ganzen Süßen Sachen die wir sonst bekommen.

Dazu trinken die Frauen und ich immer Tee, denn täglich um elf Uhr bekommen wir Tee.Wenn ich dann fertig bin, hastig ich meist schnell in die Spülküche, damit keine der anderen Frauen schon anfängt zu spülen, sodass ich das erledigen kann. Denn wenn ich zu spät bin und sage ich könnte das auch machen, dann kommt immer nur ein nein es wäre schon in Ordnung.

Danach können die Kinder wieder draußen auf dem großen Spielplatz spielen bis dann die handworking arbeiten beginnen. Jedes der Kinder hat ein eigenes kleines Buch, indem die ganzen Basteleien und gemalten Sachen drin sind.

Vor ein paar Tagen hatten wir zum Beispiel das Thema colours and shapes (Formen und Farben), da haben die Kinder verschiedene Schablonen bekommen und sollten daraus ein Haus basteln.

Ich habe den kleineren Kindern dann geholfen. Am Ende haben sie die Formen in den vorgegeben Farben angemalt.

Wenn dann alle Kinder mit ihren Aufgaben fertig sind, lernen sie Reime. Dabei werden am Anfang immer ganz viele wiederholt und dann stellen sich einzelne Kinder hin und tragen eines davon alleine vor. Dafür werden sie sehr liebevoll gelobt, auch die etwas schüchternen Kinder, was leider nicht so üblich ist. In den anderen Kindergärten herrscht oftmals ein rauer Umgangston. Nicht aber in Anbumalar, dies ist auch ein Grund warum ich so gerne dort bin.

Um halb eins gibt es dann Mittagessen für die Kinder. Jeden Tag gibt es zum Mittagessen Reis, mit verschiedener Soße und Gemüse. Ich helfe beim verteilen der Essen und füttere die kleineren Kinder, was gar nicht mal so einfach ist, wenn man dies mit der Hand macht.

Nachdem die Kinder gegessen haben und sich gewaschen haben, legen sie sich auf die Strohmatten die sie selbst in den großen Spielraum gelegt haben und dann bekomme ich mein Mittagessen. Ich esse leider immer alleine, da das Büro nicht groß genug ist, dennoch habe ich immer Gesellschaft was echt schön ist.

Das Mittagessen in Anbumalar ist definitiv das Beste was wir bekommen können. Zwar bekommen wir dort auch jeden Tag Reis, aber ganz andere Soßen, leckeren Möhrensalat, Obst und Bratkartoffeln über die ich mich immer am meisten freue. Manchmal bekomme ich sogar zusätzlich noch Chapatti (eine Art süße Pfannkuchen).

Wenn ich dann fertig bin mit essen und mein Geschirr gespült habe, gehe ich auch in den Raum wo die Kinder schlafen und lege mich dazu.

Meistens lese ich dann noch ein bisschen oder übe leise die Tamil Reime und Lieder. Irgendwann stoßen dann auch die Frauen dazu, nachdem sie gegessen haben und legen sich ebenfalls zu den Kindern. Teilweise schlafen sie dann auch, was mir häufig auch passiert denn durch die Hitze von täglich bis zu 35° ist man nach einer Zeit ziemlich erschöpft.

Um drei Uhr werden dann die Kinder geweckt und es wird aufgeräumt, anschließend waschen sie sich und wir helfen ihnen wieder beim Umziehen. Die Kinder werden alle einmal gekämmt und bekommen Puder in die Hände, damit sie sich ihr Gesicht damit einreiben können, das soll dazu dienen, dass die Kinder nicht so schnell schwitzen.Wir haben es schon selbst ausprobiert, doch ich muss sagen bei mir hat es rein gar nichts genützt.

Zum Abschluss werden noch ein paar kurze Spiele gespielt, um die Kinder wieder wach zu kriegen und dann gibt es noch einen Nachmittagssnack, welcher jeden Tag variiert. Wenn dann um kurz nach vier alle Kinder abgeholt wurden, dann habe auch ich Feierabend und gehe mit einer der Frauen zum Bus und fahre zum Compound zurück.

Pondicherry

Am vergangenem Wochenende haben wir Freiwilligen uns alle in Pondicherry getroffen, um ein bisschen mehr von unsere Umgebung zu sehen.

Pondicherry ist eine Touristen Stadt, die ein französisch angelegtes Viertel besitzt, in dem wir drei Tage lang wohnten.

Zunächst einmal mussten wir jedoch dorthin fahren, weshalb meine Mitfreiwillige Julia und ich am Freitag morgen um halb sieben losgefahren sind. Nach einer anstregenden, dreistündigen Fahrt in einem der nicht so neueren Busse kamen wir erleichtert an, denn der Bus war ziemlich überfüllt.

Mit der Autoriksha sind wir dann in ein Guest House in der Nähe des Strandes gefahren. Nachdem wir dort unsere Rucksäcke abgeliefert haben sind wir zunächst einmal zu einem kleinen Cafe gelaufen, wo wir draußen auf der Terrasse saßen und gefrühstückt haben. Ich war so glücklich mal wieder ein normales Frühstück zu haben und besonders normalen Kaffee.

Anschließend sind wir die Strandpromenade entlang gelaufen und haben uns in einen wunderschönen Park gesetzt und Pause gemacht, bevor wir zu dem großen Basar gelaufen sind. Wir haben einen Stadtbummel durch die vielen kleinen Läden der Einkaufsstraße gemacht und hätten den Eingang zum Basar dabei fast übersehen.

Er ist ziemlich klein und unscheinbar, doch sobald man ihn entdeckt hat und hinein geht, fühlt man sich als wäre man in einer anderen Welt. Das Licht auf dem Basar ist gedämmt, da er eigentlich unter freiem Himmel ist, wurden viele blaue Plastiktüten aneinander geknotet und zu einem Dach aufgehangen, wodurch der Basar eine besondere Atmosphäre verbreitet.

Wenn man am Anfang des Basars steht, ahnt man noch nicht aus wie vielen Gängen er überhaupt besteht und wie verwinkelt er ist. Es gibt Abteile für Blumen, Gewürze, Obst, Gemüse, Kleidung und auch noch allerlei Krimskram, daher ist es am Anfang schwierig sich dort zurecht zu finden.

Am Abend haben wir uns alle in einem kleinen Restaurant zum Abendessen getroffen. Wir saßen draußen auf der wunderschönen und gemütlichen Dachterrasse des Restaurants und ich habe mir Nudeln mit Spinat und Käse-Sahnesoße bestellt. Ein Grund warum wir uns alle in Pondicherry getroffen haben, war das leckere Essen von dem uns schon die Vorfreiwilligen berichtet haben, daher haben wir das am Wochenende auch sehr ausgenutzt.

Samstagmorgen waren wir wieder in dem kleinem Cafe vom Vortag Frühstücken. Danach haben wir uns noch einige andere Ecken der Stadt angeschaut und den Tempel dort besucht. Zum Glück war an dem Tag auch der Tempel-Elefant da, sodass ich wieder viele Bilder machen konnte. Wir haben ihm auch etwas zu Essen gegeben und dafür eine "Kopfnuss" bekommen. Es heißt, es bringe einem Glück wenn man eine Kopfnuss von einem Elefant bekomme, daher haben wir das natürlich auch ausprobiert.

Zum Mittagessen sind wir in ein Pasta Restaurant gegangen und haben uns die besten Nudeln der Gegend geholt. Nachmittags waren wir dann wieder im Park und mussten und dabei an einer großen Masse Menschen vorbei schlängeln, da neben dem Park für einen Bollywood Film gedreht wurde.

Abends waren wir dann noch einmal Pizza essen und wollten noch ein bisschen raus gehen, da es aber total überfüllt in der ganzen Stadt war, sind wir zurück zum Hotel und haben den Abend dort gemeinsam ausklingen lassen.

Am nächsten morgen waren wir dann ein letztes Mal gemeinsam frühstücken, bevor die ersten schon ihre Rückreise angetreten haben.

Julia und ich sind noch mit drei weiteren Freiwilligen bis halb zwei dort geblieben und haben die restliche Zeit noch am Strand verbracht. Wir wollten eigentlich nur mal mit den Füßen ins Wasser und gucken wie warm es ist, doch plötzlich kam eine riesen Welle und wir waren klitschnass. Das Blöde war, das wir nicht einmal eine Abkühlung bekamen, da das Wasser einfach viel zu warm war.

Deshalb haben wir uns danach erstmal in die nächste Eisdiele gesetzt und Eis gegessen. Gegen halb zwei sind wir dann mit der Riksha zum Busstand gefahren. Wir haben uns zu fünft + Fahrer und + unsere riesen Rucksäcke in eine kleine Riksha gequetscht. Daran habe ich gemerkt, dass wir uns schon gut an die indischen Verhältnisse gewöhnt haben, denn in Chennai saßen wir noch maximal zu dritt und ohne Rucksäcke in einer Riksha.

Am Busstand mussten wir dann erst einmal rumfragen welcher Bus denn nach Mayiladuthurai fährt und nachdem wir ein paar Mal von links nach rechts geschickt wurden, hatten wir endlich den richtigen Bus. Gerade noch rechtzeitig um zwei der letzten Plätze zu ergattern.

Als wir dann nach der Fahrt wieder zurück im Projekt waren, haben wir erst bemerkt, dass wir ziemlichen Sonnenbrand bekommen haben und das obwohl wir immer lange Klamotten anhaben. Es war ein sehr schönes Wochenende und es tat gut die anderen Freiwilligen wieder gesehen zu haben.

Dennoch ist es auch schön wieder Daheim im Projekt zu sein, besonders da ich seid Heute in einem anderen Kindergarten (in Anbumalar) bin. Schon nach dem ersten Tag habe ich gemerkt, dass ich mich dort viel wohler und speziell von den Kindern auch wesentlich willkommener fühle, als in dem letzten Kindergarten. Doch dazu schreibe ich in meinem nächsten Beitrag mehr . :-)

Tempel Mayiladuthurai

Am 17.09.2015, vergangene Woche, haben wir den großen Vishnu-Tempel hier in Mayiladuthurai besichtigt.

Schon von weitem haben wir den riesigen Turm des Tempels erblickt, der den Eingang des Tempels bildete. Als wir durch das große Tor hindurch gingen, kamen wir zu einem Gang, von dem man zu einem großen öffentlichen Bad gelangt, in dem ein paar Leute gerade ihre Sachen gewaschen haben.

Bevor wir weiter gehen durften, mussten wir unsere Schuhe ausziehen und stellten sie vor der Tür ab. Zunächst kamen wir in einen kleinen Vorhof mit vielen verschiedenen Götterskulpturen.

Wenn man den Vorhof durchquert hat, gelangt man zu einem weiterem großen Teil des Tempels, der sehr düster von innen war.

Wir sind dort einmal durchgelaufen und haben die verschiedensten Götter der Hindus gesehen, welche sie häufig mit Blumen umkleidet haben.

Die Luft in dem Tempel war sehr stickig und es roch sehr nach Räucherstäbchen, weshalb wir nicht sehr lang in dem Teil des Tempels blieben.

Doch gerade als wir wieder hinaus gehen wollten, kam ein Mann zu uns und hat uns gefragt wo wir herkommen. Wir sollten mit ihm gehen und dann fing er auf einmal an zu beten, legte uns Blumenketten um und malte uns mit weißen Pulver einen Strich auf die Stirn. Das war für uns der Zeitpunkt zu sagen das wir lieber wieder gehen :`D

Gerade als wir wieder durch den großen Eingang gehen wollten, kam auf einmal der Elefant des Tempels. Es war echt überwältigend einen Elefanten aus so einer kurzen Distanz zu sehen. Er war im Gesicht bemalt und sah wunderschön aus. Deshalb wollte ich unbedingt ein Bild von ganz Nah , wobei ich fast von ihm überrannt wurde.

Aber naja, das Bild war es mir wert. :D Es war echt total interessant einmal so einen Tempel von innen zu sehen und vorallem hautnah zu erleben. Doch mein absolutes Highlight an dem ganzen war definitiv der Elefant.